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Entsteht im Nordosten ein Endlager für Atommüll?

Es geistern Pläne für ein Atommüll-Endlager im Nordosten durchs Netz. Auf den Skizzen ist ein riesiges Lager für Castor-Behälter zu sehen. Die Behörden wissen offiziell von nichts, haben den Verfasser aber bereits auf dem Kieker.

Der Ingenieur Volker Goebel hat unter anderem diese Pläne veröffentlicht.
www.ing-goebel.de Der Ingenieur Volker Goebel hat unter anderem diese Pläne veröffentlicht.

In der Gemeinde Karlsburg wird bald ein neuer Bürgermeister gewählt. Doch der Wahlkampf dreht sich diesmal nicht um Kita-Plätze oder Gemeindefeste. Kandidat Frederik Wolf hat da ein ganz anderes Thema aufgetan. Pläne für ein mögliches Atom-Endlager zwischen Karlsburg und Moeckow. „Das ist alles zugänglich, aber bisher hat niemand darüber gesprochen, niemand hat uns informiert“, sagt er.

Tatsächlich, ein Ingenieur aus dem Ruhrgebiet hat die Dokumente ins Internet gestellt. Volker Goebel präsentiert Entwürfe für ein unterirdisches Lager, in dem mehr als 2000 Castor-Güterwaggons mit Atommüll Platz finden sollen. Wolf fürchtet, dass die Suche nach einem Endlager in Deutschland vielleicht doch gar nicht so ergebnisoffen läuft.

Offizielle Auftraggeber?

Die Entwürfe sind gespickt mit offiziellen Logos von Landkreis und Regierung. An einer Stelle ist sogar die Rede vom Auftraggeber „Bundestag, Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“. Doch dort weißt man auf Nordkurier-Anfrage jede Verantwortung von sich.

+++ Hier finden Sie eine Chronologie der Endlager-Suche +++

Auch beim Landkreis kann man mit den Entwürfen wenig anfangen. „Vor einigen Jahren wurde dieser Bereich untersucht, um eine Einlagerung von Erdgas zu prüfen. In dem Zusammenhang gab es wohl auch Untersuchungen mit Blick auf ein mögliches Endlager“, sagt Pressesprecher Achim Froitzheim. Aber auch er sagt: Konkrete Pläne oder gar Aufträge an ein Ingenieurbüro seien nicht bekannt.

Rechtliche Schritte werden geprüft

Im Landesministerium für Energie wird man dann deutlicher. Das alles seien private Planungen, ohne jeden offiziellen Charakter. Weder beauftragt noch angeregt oder unterstützt durch die Landesregierung. „Herr Goebel propagiert seit Jahren von ihm konzipierte Pläne für die Konstruktion eines Atommüll-Endlagers. Er führt in seinen Unterlagen eine Vielzahl von Bundes-, Landes- und kommunalen Behörden ohne deren Wissen und ohne deren Zustimmung als Projektpartner auf“, so Ministeriumssprecherin Renate Gundlach.

Man habe den Mann bereits wiederholt aufgefordert, dies zu unterlassen und ihm mitgeteilt, dass es keine Beteiligung an seinen Aktivitäten geben wird. Rechtliche Schritte würden geprüft.

Goebel selbst räumt auf Nordkurier-Nachfrage ein, auf eigene Initiative und Rechnung zu handeln. Die Dokumente seien vielmehr als Bewerbung um einen Auftrag zu verstehen. Doch als Hirngespinste will er seine Arbeit nun wahrlich nicht verstanden wissen – er stehe im regen Kontakt mit Abgeordneten des Bundestages und des Europaparlaments.

Kommentare (8)

Fakt ist, was hier entgelagert werden soll, stammt nicht aus Frankreich oder Russland, es ist deutscher Atommüll. Man hätte die AKW's eben umrüsten müssen zu Endlagern . So wäre jeder Atommüll dahin gekommen wo er entstanden ist. Als Nebeneffekt wären auch noch ein paar Arbeitsplätze an den jeweiligen Standorten erhalten geblieben. Denn man kann das Zeug nicht irgendwohin schmeißen, wie es Russland macht. MfG

Fakt ist..., ist schon richtig aber jetzt heißt es wie viele AKW stehen oder standen in MVP bzw. in den "neuen BL", wie viele AKW in den "alten BL" eine Region die vom Tourismus lebt, mit Endlager in scheinbar mächtigem Ausmaß; mit Windparks von immensen Ausmaß, "die in MVP werden es schon schlucken ?"

Da wird der Nordosten seit fast 30 Jahren in der wirtschaftlichen Entwicklung außen vor gelassen und nun so etwas. Ist dies die von unserer Landesregierung angekündigte Förderung der Region Vorpommern? Für Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung gab es keinen Weg. Aber jetzt eine noch halbwegs intakte Natur zu belasten bzw. zu zerstören, sowie die Gesundheit der dort lebenden Bewohner zu gefährden, dafür möchten uns ominöse Gutachter ein Atommüll Endlager spendieren. Soll hier eine weitere Region in Deutschland umwelttechnisch zerstört werden?

... nichts davon, dass die Landesregierung was plant. Ebenso wenig gibt es ominöse Gutachter oder überhaupt Gutachter. Für die Atommüll-Endlagerung ist übrigens die Bundesregierung zuständig.

Die Bundespolitik hat das Thema an sich gezogen. Mittlerweile ist das Standort-Auswahl-Gesetz 2 in Kraft - damit ist die Endlager Standortsuche bundesweit eröffnet. - Der offizielle Weg sieht vor das die BGE GmbH in Peine als Vorhabensträger Standorte vorschlägt und das BFE in Berlin die Vorschläge dann prüft. - Zur Zeit hat die BGE GmbH nur eine Mitarbeiterin - Frau Heinen-Esser (Man sagt, Sie könne nicht einmal ein Ikea Regal aufbauen, wohl auch weil Sie zu dick ist) - Das BFE wird von Wolfram König geleitet der auch das BfS leitet. - Insgesamt ist das beschlossene Vorgehen auf Langsamkeit angelegt und basiert auf der Annahme, das die Geologen der Landesämter der BGE GmbH die guten Geologien verraten würden ... Beispielhafte Planungen für Zugangs-Bauwerke und Lagerungs-Konzeptionen hat seit 40 Jahren erstmals Ing. Goebel vorgelegt. Die Standorte in M-V wurden schon vor Jahren vom LUNG Güstrow empfohlen ... M-V ist gut beraten die Sache selbst in die Hand zu nehmen damit es tief, teuer und sicher wird - Da geht es um einen Invest von 16.3 Mrd. EUR für HLW und ca. 8,4 Mrd. EUR für LLW - Ganz Europa, ja sogar weltweit wird Endlager-Geologie gesucht - Da ist ein dreistelliges Milliarden-Geschäft für M-V möglich ... Das weisse Gold Steinsalz ist am Ende des Tages viel mehr wert als Erdöl aus der Nordsee ... Das sind nur so einige Hinweise - Auf Einladung mit Honorar stelle ich mich gern den Fragen vor Ort - Mit besten Grüssen - Ing. Goebel

>>> Es gibt 4 Endlager-Planungen für die XL Steinsalz Geologien in M-V / GTKW-DBHD südlich Kröpelin / ART-TEL-TTEL bei Möckow / Dipl.-Ing. Volker Goebel hat die 2 Standorte nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt und 4 umfängliche Planungen für die Zugangs-Bauwerke vorgelegt. Die zuständigen Behörden haben sich in den letzten 40 Jahren als komplett unfähig erwiesen. Durch die Kommission Endlagerung des Deutschen Bundestages sind alle themen-relevanten Gutachten und Daten öffentlich geworden. - Mit besten Grüssen von volker goebel

Allein das IOD 129 - ein instabiles Isotop das Alpha und Beta Strahlung abgibt, hat eine Halbwertszeit von 14,3 Mio. Jahren - im Deutschen Atommüll sind leider knapp 2.000 kg davon enthalten. - Die bestrahlten und strahlenden Brennstäbe geben harte Gamma-Strahlung ab und müssen deshalb ca. 1 Mio. Jahre von der Biosphäre isoliert werden. - Steinsalz kann das - selbst wenn es keine Behälter und keine Barrieren gäbe käme die Gamma Strahlung im Steinsalz nicht mal 1 Meter weit. - Nur ein Geologie kann Endlager, weil Geologien alt sind und noch viel älter werden (Das Steinsalz M-V entstand vor ca. 250 Mio. Jahren) - Und dann bitte nicht in die wassergefährdete Spitze eines Salzstockes und nur -600 Meter tief wie in Gorleben - sondern tief. sehr tief in eine ungestörte Steinsalz-Schicht zwischen von -2.600 bis -3.350 einlagern, die Castoren schön allseitig mit 5 Metern Beton umgiessen - Sicherheit - viel mehr Sicherheit als 30 Standorte wo ehemals AKW standen - Niemand kann die gefährlichsten Reststoffe der Welt eine Millionen Jahre lang bewachen.

Juhu, das ist ja wie Geburtstag, Weihnachten und Ostern in einem, ich wohne auf der perfekten Geologie für ein atomares Endlager, wenn das man nichts ist. Ach ich freue mich, endlich passiert in meiner strukturschwachen, wenig besiedelten Region am Rande der Republik mal so richtig was, etwas, dass auch noch enorme Strahlkraft nach außen haben wird. Keine offizielle Stelle hat davon gewusst, obwohl laut Lk Pressesprecher dort praktischer Weise neben Gaslagerung - wohl - eventuell - vielleicht- unter Umständen - auch schon für ein Endlager erkundet wurde? Egal, das wird die reine Wahrheit sein, und schließlich seinen gerechten und transparenten Gang nehmen, wie immer (Hessen und Bayern sind schließlich raus). Und die vielen schönen Milliarden, die vom Himmel warm auf mich als betroffenen Bürger herabregnen werden, toll, und vielleicht gibt es dann noch zwei oder 3 Arbeitsplätze als Bonus dazu. Ach ihr anderen Pommern, ab jetzt wird unser Leben großartig, lasst uns sicherheitshalber schon einmal laut hier schreien, nicht dass dieses Superschnäppchen doch noch an jemand anderen geht. Für alle Fälle werde ich aber dann doch schon mal anfangen ein Plakat zu malen, um mich der 3 Mann Demo anzuschließen, die vielleicht durch die blühenden Landschaften marschieren wird, könnte ja doch nicht alles so golden werden, wie ich es mir ausgemalt habe.