Ermittlungen enden mit dem Suizid:

Nach Missbrauchsvorwürfen nimmt sich Vater das Leben

Ein Suizidfall erschüttert die Stadt Wolgast. Ein junger Mann nahm sich dort am Wochenende das Leben. Das Drama dahinter wurde erst jetzt klar. Gegen den Vater wurde wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch ermittelt.

Polizei und Bestatter am Ort des Geschehens: Nach dem Geständnis des Mannes sahen die Behörden keinen Anlass für eine Untersuchungshaft. Wenige Tage später nahm sich der Wolgaster das Leben.
Tilo Wallrodt Polizei und Bestatter am Ort des Geschehens: Nach dem Geständnis des Mannes sahen die Behörden keinen Anlass für eine Untersuchungshaft. Wenige Tage später nahm sich der Wolgaster das Leben.

Ein junger Mann aus Wolgast hat sich am vergangenen Sonntag das Leben genommen. Der Suizid steht offenbar im Zusammenhang mit Ermittlungen der Polizei. Dem Mann wurde vorgeworfen, seine Tochter sexuell missbraucht zu haben.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Beamten die Wohnung des Mannes durchsucht und ihn anschließend festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft Stralsund bestätigte, hat er die ihm vorgeworfenen Taten gestanden. Es habe weder Wiederholungs- noch Verdunklungsgefahr bestanden. "Deshalb wurde von einer Untersuchungshaft abgesehen", erklärt Staatsanwalt Martin Cloppenburg. Es habe keine Anzeichen auf suizidale Absichten gegeben.

Die Ermittlungen werden nach dem Selbstmord nun wohl kurzfristig eingestellt. "Es erfolgt eine Prüfung, ob sich aus den bisherigen Kenntnissen ableiten lässt, dass es noch andere Tatverdächtige gibt. Bislang sehen wir dafür aber keine Hinweise", so Cloppenburg.

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