Wildschwein-Baby wird mit Flasche aufgezogen:

Findel-Frischling Bruno liebt vorpommersches Gras

Wildschwein-Alarm in Vorpommern: Ein Findelkind aus dem Wald sorgt in einem Wohnzimmer für reichlich Freude, aber auch für Sorgen. Was ist da nur los?

Am Anfang bangten alle um Brunos überleben, weil er kaum was trinken wollte. Jetzt stürmt er los, sobald er nur seine Flasche sieht. Foto: A. Hanell
A. Hanell Am Anfang bangten alle um Brunos überleben, weil er kaum was trinken wollte. Jetzt stürmt er los, sobald er nur seine Flasche sieht.

Gestatten Sie, das ist Bruno. Klein, gestreift und ein knappes Kilo Lebensenergie. Ein echter Frischling eben. Er ist ein Findelkind aus dem Wald, das ein Hund seinem Herrchen apportiert hat. Das war irgendwo in einem vorpommerschen Wäldchen an der B 109. Er war so klein, dass der Hund ihn problemlos im Maul tragen konnte. Die Überlebenschancen waren für Bruno schon zu diesem Zeitpunkt nicht sehr rosig: Erst wenige Tage alt, können die kleinen Wildschwein-Babys ihre Temperatur nicht selbst regulieren. Außerdem haben sie noch den ganzen langen Winter vor sich. Ein starker Frost kann Winzlinge wie Bruno das Leben kosten. Normalerweise sollten Frischlinge auch erst im Februar das Licht der Welt erblicken, aber heutzutage ist bei den Wildschweinen vieles durcheinandergeraten.

Doch zurück zu Bruno. Durch den Hunde- und Menschengeruch, der nun an ihm haftete, war die Befürchtung groß, dass die Bache, seine Mutter, ihn nicht mehr annehmen würde. Die Finder entschlossen sich daher dazu, das Findelkind mit der Flasche aufzupäppeln. Stundenlang zitterte Bruno. Es war kalt, er hatte Angst, er stand unter Schock. Brunos Besitzer mussten ein Fläschchen kaufen, spezielle Milch zubereiten und ihn füttern. Er fraß nur ganz zaghaft und schlief viel.

Bruno ist schon stubenrein

Dann erzählten Leute, dass so ein Wildschwein ganz dringend Erde und Grassoden benötigen würde. Das ließen sich die Wildschwein-Pflegeeltern nicht zweimal sagen. Sie haben im Garten ein Stück Rasen ausgestochen und es Bruno in einer Kiste hingestellt. Und es klappte, Brunos Lebensfreude kehrte zurück!

Mehrmals am Tag verlässt er jetzt seinen Schlafplatz, um die Erde in seiner Kiste umzuwühlen und ein paar Graswurzeln zu fressen. Dabei wedelt sein kleines Schwänzchen heftig hin und her. Wildschweine haben übrigens kein Ringelschwänzchen, aber dafür hat Bruno Hauer. Schließlich ist er ein kleiner Keiler. Mittlerweile stürzt er sich auf sein Fläschchen, sobald er es nur sieht.

Bruno ist übrigens auch schon stubenrein! Seit dem ersten Tag macht er immer in die gleiche Ecke. Dort steht jetzt ein Frischlings-Klo. Die kritische Zeit ist aber nicht ganz vorbei. Noch heißt es: Daumen drücken. Und natürlich halten wir unsere Leser auf dem Laufenden, wie es mit Bruno weitergeht.