Ursache unklar:

Fischsterben "gewaltigen Ausmaßes" in der Peene

Sommerlicher Sauerstoffmangel oder giftige Substanzen im Fluss? Die Ursache für das Massensterben von Fischen in der Peene ist noch unklar. Wasserproben wurden genommen.

Stefan Sauer Auf mehreren Kilometer im Stadthafen und auf der Peene gibt es Tausende tote und sterbende Fische. Angesichts der Ausmaße gehen die Behörden nicht von einem sommerlichen Fischsterben durch Sauerstoffmangel aus.

In der Peene bei Anklam sind Tausende Fische verendet oder kurz vor dem Sterben. Es handele sich um ein Fischsterben «gewaltigen Ausmaßes», sagte der Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Achim Froitzheim, am Montag. Auf mehreren Kilometern trieben im Stadthafen, auf der Peene und deren Nebengewässer eine große Menge toter und sterbender Fische, darunter meterlange Hechte, starke Zander, Barsche und andere Arten.

Die Ursache für das Massensterben ist noch unklar. Die Wasserschutzpolizei nahm Proben, die nun in einem Labor untersucht werden. Ergebnisse liegen bislang nicht vor. Während der Landkreis die Einleitung giftiger Substanzen für wahrscheinlich hält, gehen Wasserschutzpolizei und Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) derzeit eher von Sauerstoffmangel aus. «Wir müssen jetzt die Analytik abwarten», sagte StALU-Leiter Matthias Wolters. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei wurden die weiteren Untersuchungen an den Landkreis übergeben.

Anwohner hatten am Morgen die toten Fische von Höhe der Klärbecken stromaufwärts bis zum Wasserwanderrastplatz entdeckt. Auch weiter stromaufwärts würden viele Fische um Luft ringen. Die Inhaberin eines Anklamer Kanuverleihs, Antje Enke, hatte am Morgen ihre Tochter über die Fußgängerbrücke zur Schule gebracht und dabei tote Fische entdeckt. Als sie zurückkam, hätten sich viele fassungslose Anklamer an der Brücke gesammelt. «Wir waren alle sehr erschrocken», sagte sie.

Das StALU Vorpommern - zuständig für den Emissionsschutz - wies Spekulationen um eventuelle Klärbecken-Undichtigkeiten zurück. «Uns ist nicht bekannt, dass es Probleme mit den Klärbecken gibt», sagte Wolters. Entsprechende Verdachtsmomente könne er nicht bestätigen.

Ein Fischsterben kleineren Ausmaßes hatte sich am Wochenende im Saaler Bach im Kreis Vorpommern-Rügen ereignet. Die Ursache dafür wird derzeit vom Veterinäramt des Kreises untersucht. Es soll sich um mehrere hundert tote Fische, wie Plötzen und Brassen, handeln. Nach Einschätzung des Amtes könnte ein Sauerstoffmangel im Wasser verantwortlich für den Tod der Fische sein. Der Saaler Bach fließt am Ort Saal bei Ribnitz-Damgarten vorbei in Richtung Saaler Bodden, der Verbindung zur Ostsee hat.

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung