Anklam nach der Kreisreform :

Gali will Landrätin die Leviten lesen

Bürgermeister Michael Galander ist in Sorge, dass  Anklam als Standort für die Kreisverwaltung immer weiter hinten runter fällt. Daher sucht er nun das Gespräch mit der Landrätin.

Anklams Bürgermeister Galander drängt auf ein klärendes Gespräch mit Landrätin Barbara Syrbe.
Jörg Foetzke/NK-Montage Anklams Bürgermeister Galander drängt auf ein klärendes Gespräch mit Landrätin Barbara Syrbe.

Als Landrätin Barbara Syrbe ihren Sitz noch in Anklam hatte und der Schuh irgendwo drückte, "konnte ich  schnell mal zum Gespräch ins Landratsamt gehen", erinnert sich Galander. Seitdem die Landrätin nun in Greifswald Hof hält, hat der Anklamer Bürgermeister offenbar keine Sonderstellung bei Syrbe mehr.

Jetzt muss er geduldig gleich mehrere Tage warten, bis er einen Gesprächstermin bekommt. Doch der Anklamer Bürgermeister hat dringenden Redebedarf. Muss er nämlich befürchten, dass seine Stadt als Verwaltungssitz des Kreises immer mehr ins Hintertreffen gerät. Jüngstes Beispiel: Im Zuge der Genehmigung des Kreishaushaltes 2014 hatte Landes-Innenminister Lorenz Caffier die Sanierung des Verwaltungsgebäudes unmittelbar neben dem Anklamer Landratsamt untersagt. Statt dessen solle der Kreis doch mehr Mitarbeiter in der Pasewalker Kürassierkaserne unterbringen.

Diese Worte aus Schwerin können dem Anklamer Bürgermeister natürlich überhaupt nicht amüsieren. Mit Misstrauen sieht er auch Beteuerungen aus dem Landratsamt, die abgeblasene Sanierung habe keine Einfluss auf die Mitarbeiterzahl in Anklam. Beim Gespräch mit Barbara Syrbe wolle er nun darauf drängen, dass sämtliche Verwaltungsstandorte des Kreises in Anklam beibehalten werden.

Außerdem bemängelt er, dass man es in Vorpommern-Greifswald bisher nicht geschafft habe ein realistisches  Standortkonzept für die Kreisverwaltung aufzustellen.  Ein  Teil der Verantwortung dafür sieht Galander auch beim Kreistag, dem er selbst angehört.  Deren Mitglieder hätten nicht energisch genug darauf gedrungen.

Letztendlich ist die Sache für den Anklamer Bürgermeister Bestätigung, dass Sparen nichts bringt: Denn vor der Gebietsreform habe Uecker-Randow den Pasewalker Verwaltungssitz aufwendig sanieren lassen und so auch viel mehr Schulden angehäuft als in Vorpommern. Dort habe man auf Kosten der Substanz  Verwaltungsbauten in Anklam reif zum Abriss gespart. Im Umkehrschluss dessen sollen nun mehr Kreismitarbeiter in Pasewalk arbeiten – auf Kosten des Anklamer Standortes.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung