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Gauner drohen Oma mit Gefängnis

Zahlen Sie 18.600 Euro oder wandern Sie in den Knast. So der Grundtenor eines Schreibens, mit dem eine 84-Jährige eingeschüchtert werden sollte. Nicht nur sie erhielt so einen Brief.

Der angebliche Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Berlin. Weiter unten können Sie sich ihn in voller Größe ansehen.
Polizei Der angebliche Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Berlin. Weiter unten können Sie sich ihn in voller Größe ansehen.

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern warnt erneut vor Betrügern, die mit gefälschten Haftbefehlen arbeiten. Anlass ist ein aktueller Fall aus Greifswald, wie eine Polizeisprecherin am Dienstag in Neubrandenburg sagte. Unbekannte hatten einer 84 Jahre alten Frau am Montag einen angeblichen „Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Berlin” geschickt, wonach diese endlich 18.600 Euro Geldstrafe überweisen solle, um einer „Ersatzfreiheitsstrafe” zu entgehen.

Gefälschtes Schreiben

Die Geschädigte erhielt die Aufforderung, sich mit ihrem zuständigen Sachbearbeiter in Verbindung zu setzen. Dieser heißt, wie auch in den vergangenen Fällen, Martin Koch – mit dem Unterschied, dass Herr Koch nun nicht mehr in Frankfurt am Main erreichbar ist, sondern eine Berliner Telefonnummer hat. Zumindest der zuständige Oberstaatsanwalt hat vom Verfasser des gefälschten Schreibens einen neuen Namen erhalten: Hier unterschrieb ein Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Rehm.

Um die Modalitäten zu verabreden, sollte die Frau einen Mitarbeiter anrufen oder sich am 31. August zur Haft am Gefängnis in Berlin-Tegel melden. „Die Frau reagierte richtig und schaltete die Polizei ein”, sagte die Sprecherin.

Briefe kursieren

Ähnliche Schreiben – damals noch von einer „Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main”, aber mit dem gleichen Mitarbeiter – seien schon im Juni und Juli in Bollewick, Blankensee, Stavenhagen und Basedow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) aufgetaucht und der Polizei übergeben worden.

Gefälschter HaftbefehlZum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.