Gedenktag:

Glockenklang erinnert an die Bomben

Es gibt bekanntlich mehrere Glocken in der Marienkirche. Aber heute wird nur eine erklingen.

Pastorin Petra Huse freut sich besonders über die positiven Rückmeldungen der Anklamer, die nicht zu ihrer Gemeinde gehören.
NK-Archiv Pastorin Petra Huse freut sich besonders über die positiven Rückmeldungen der Anklamer, die nicht zu ihrer Gemeinde gehören.

Am Freitag, den 9. Oktober um 11.42 Uhr werden die Anklamer an einen der schrecklichsten Momente der Stadtgeschichte erinnert. Die Versöhnungsglocke der Marienkirche läutet in Gedenken an den Angriff der amerikanischen Luftwaffe auf Anklam am 9. Oktober 1943. „Das ist ein traumatisierender Punkt, über den Jahrzehnte lang nicht gesprochen werden durfte“, sagt Pastorin Petra Huse.

Es war der erste Angriff während des Zweiten Weltkriegs auf Anklam und hatte er verheerende Folgen. Es war Markttag und trotz Alarm rechnete kaum jemand mit einem Angriff. Hunderte Menschen kamen ums Leben nachdem die Flieger ihre tödliche Fracht über der Innenstadt abgeworfen hatten.

Der 9. Oktober ist der einzige Tag im Jahr, an dem die Versöhnungsglocke allein zu hören ist, erklärt die Pastorin. Fünf Minuten lang wird sie läuten. Sie ist eine von insgesamt sechs Glocken im Turm der Kirche, von denen fünf im vergangenen Jahr neu gegossen wurden. Seit einem Jahr erklingen die fünf neuen Glocken zusammen mit der historischen Apostelglocke.

Die Pastorin ist besonders froh darüber, dass sie viele positive Rückmeldungen von Anklamern bekommen hat, die nicht zur Gemeinde gehören. Manche hätten sogar nach Tonaufnahmen gefragt. Und tatsächlich ist eine CD mit den Glockenklängen in Arbeit, erzählt Petra Huse.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung