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Selbstverliebter kann man Wahlkampf kaum machen: Mit zwei halben Porträtfoto-Suchbildern seines Charakterkopfs wirbt Verkehrsminister Christian Pegel neuerdings für sich. Die Aktion mutet an wie ein Aprilscherz - ist aber keiner.

Dieses Plakat von "Foto-Minister" Christian Pegel (SPD) hängt neuerdings an vielen Greifswalder Bushaltestellen.
Gabriel Kords Dieses Plakat von "Foto-Minister" Christian Pegel (SPD) hängt neuerdings an vielen Greifswalder Bushaltestellen.

Mecklenbug-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hat den Landtags-Wahlkampf eröffnet: In der Stadt Greifswald hat der Landespolitiker sein Konterfei plakatieren lassen. So weit, so normal banal. Aber: Die Plakate, von denen etliche in der gesamten Stadt hängen, zeigen zwei halbe Porträtfotos des Ministers, verbunden mit einem Aufruf an die potentiellen Wähler: Finden Sie die Unterschiede auf den beiden Porträtfotos, schreiben Sie diese auf eine Postkarte und schicken Sie sie an Pegels Wahlkampf-Büro! Der Wähler wird so genötigt, sich besonders intensiv mit dem einprägsamen Konterfei des Ministers zu befassen. Als Preise winken unter anderem freier Eintritts ins Schwimmbad und ins Landesmuseum.

Hintergrund der Aktion, die Pegel sogar selbst finanzieren soll, ist wohl seine Landtags-Kandiatur im Wahlkreis Greifswald. Dort will sich der 42-jährige Pegel im September direkt in den Landtag wählen lassen, doch offensichtlich fürchtet er mangelnde Bekanntheit in der Stadt. Dem könnte die Aktion nun abhelfen sollen.

Ein wenig Schummelei

Die Botschaft der Plakate ist angeblich, dass das Vorurteil "Politiker sind doch alle gleich" eben nicht zutreffe - das sollen die beiden unterschiedlichen Bider symbolisieren. Wie so oft in der Politik kommt die Sache aber nicht ganz ohne kleine Schummelei aus: Pegel verkauft den Wählern Greifswald als seine "Heimat", was mindestens fragwürdig ist. Denn Pegel stammt gebürtig aus Hamburg und hat in Greifswald nur zeitweise gelebt. Inzwischen ist er samt Familie nach Schwerin verzogen.

Pegel verließ Greifswald im Jahr 2011, um Chef der Staatskanzlei von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zu werden, als dessen Kronprinz er vielen politischen Beobachtern gilt. Seit 2014 ist er Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung. In diesem Amt hatte er immer wieder durch PR-Aktivitäten in eigener Sache auf sich aufmerksam gebracht, die ihm den Spitznamen "Foto-Minister" eingebracht hatten.

Kommentare (1)

Die SPD hat einiges an PG Gag`s zu bieten. Foto Minister, Foto-und Filmstar`s. Märchenerzähler, Rosenkavaliere (mit gelben Rosen), ewige Praktikanten und Sprücheklopfer "Die Wahrheit vor der Wahl, die/das hätten sie wohl gern?" und .... :-) Jedes Mittel ist einigen recht, um in die Schlagzeilen zu kommen bzw. den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Denken dann auch noch, dass sie bei allen beliebt sind und sprechen immerwieder von "gelebter Demokratie" und Uneigennützigkeit. Was werden die Dirktkandidaten machen, wenn sie nicht mehr gewählt werden? Ein Schelm, der jetzt Schlechtes denkt.