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Greifswald tobt und droht, Anklam lacht!

Der Greifswalder Oberbürgermeister-Kandidat Björn Wieland macht Wahlkampf auf Kosten Anklams. Hier die Antwort unseres Vorpommern-Reporters Carsten Schönebeck, der ein großes Herz hat für Clowns.

So sieht das also aus, wenn ein Greifswalder Oberbürgermeisterkandidat die Anklamer falsch versteht.
Schoenwiese,Christoph So sieht das also aus, wenn ein Greifswalder Oberbürgermeisterkandidat die Anklamer falsch versteht.

Es ist ein Ur-Konflikt! So viele Geschichten gibt es schon von der bösen Stiefschwester, die einfach nicht wahrhaben will, dass es da jemanden gibt, der einfach schöner, graziler, freudiger ist. Zwischen Greifswald und Anklam kommt jetzt noch so eine Geschichte dazu. Vielleicht auch, weil die große Stiefschwester nicht wahrhaben will, dass – um im Bild zu bleiben – der Aschenputtel-Schuh als Kreisstadt ihr nun mal nicht passen will und Anklam doch viel besser stünde. Deshalb macht die Stiefschwester – also Greifswald – jetzt militärisch mobil.

Es geht um diesen Beitrag des Greifswalder Oberbürgermeister-Kandidaten Björn Wieland von der (Satire-)Partei.

Wer sich schon immer fragte, warum die Nachbarstadt ihr Rathaus in diesem fürchterlichen Quietschrot gestrichen hat, der bekommt langsam eine Ahnung. Rotes Telefon, roter Knopf, rotes Rathaus... – alles klar? Die Kreisstadt droht mit dem atomaren Erstschlag.

Greifswald dürfe nicht wie Anklam werden

Zumindest droht Björn Wieland, der für "Die Partei" ins höchste Amt der Stadt gewählt werden möchte. Genau, derselbe Mann, der auf seinen Wahlplakaten forderte, Greifswald dürfe nicht wie Anklam werden. Recht hat er. Schließlich verträgt eine Region wie Vorpommern nur EINE solche Perle: Die Peene-stadt. Es gab ja auch nur ein Aschenputtel, ein Schneewittchen, ein Dornröschen.

Doch Wieland – der wohl zwischen Peene und Penne kaum unterscheiden kann – meinte es genau andersherum. Dass der Nordkurier darauf korrigierend erklären musste, was der junge Mann da falsch verstanden hatte, finden er und seine Partei-Satiriker nun gar nicht mehr so komisch. Erstschlag also. Atomar! Denn Wieland will damit sicherstellen, dass die Anklamer nicht etwa die Zugverbindung nach Greifswald kappen oder zum Boykott der örtlichen Wirtschaft aufrufen. Allerdings: Was sollte man als Anklamer in Greifswald schon wollen? Oder fehlen uns hier etwa Langzeitstudenten, Hochschul-Schnösel oder der Atommüll aus Lubmin? Nein, danke. Könnt ihr alles haben. Nur Wieland versteht es eben nicht.

Was er auch nicht verstanden hat: Anklam ist auf den Übergriff der bösen Stiefschwester längst vorbereitet. Oder glaubt ernsthaft jemand, das Baustellenchaos der Stadt hätte mit der Ortsumgehung zu tun? Als ob irgendjemand es vorzöge, um Anklam herum statt mittendurch zu fahren. Die Baustellen: Alles Schutzbunker.

Greifswald, wir sind gewappnet!