So sieht's in der Unterkunft aus:

Gutshaus zu Flüchtlingsheim umfunktioniert

Woserow wartet auf die neuen Einwohner. Wann die 15 Flüchtlinge in dem Dorf bei Anklam ankommen, ist immer noch unklar. Aber von den Nachbarn kommen schon die ersten Hilfsangebote.

Das Gutshaus ist inzwischen mit dem Nötigsten eingerichtet, um die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Die Volkssolidarität hofft aber auch auf Sachspenden.
Carsten Schönebeck Das Gutshaus ist inzwischen mit dem Nötigsten eingerichtet, um die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Die Volkssolidarität hofft aber auch auf Sachspenden.

Wenn der Anruf kommt, dann kommt er. Solange hängt Ines Guderjahn noch in der Luft mit den Vorbereitungen, die in dem und um das Gutshaus Woserow gerade getroffen werden. Bis Freitagnachmittag jedenfalls war noch nicht klar, ob die neuen Dorfbewohner schon zum Wochenende kommen.

„Ich habe noch keine Meldung vom Landkreis, aber wenn sie diese Woche nicht kommen, dann wohl in der nächsten“, sagt Guderjahn. Die Mitarbeiterin der Volkssolidarität hatte am Donnerstagabend alle Bürger eingeladen, sich das Gutshaus auch von innen anzusehen.

Offene Anfeindungen in der Gemeinde

Und siehe da, der marode Eindruck der Fassade täuscht. Die fünf Wohnungen sind frisch gestrichen und in ordentlichem Zustand. Ein gutes Dutzend Nachbarn nutzte die Gelegenheit zum Rundgang. Neugier auf das, was sich da in ihrem Dorf tut. „Wenn Sie Hilfe brauchen, ich wohne gleich da drüben“, sagt eine Nachbarin und deutet über die Straße.

Die Hauptsache sei, dass die Asylbewerber erst mal ein festes Dach über dem Kopf hätten. Vorerst wird das Haus weiter von der Polizei bewacht, um Übergriffe auszuschließen. Dass Flüchtlinge aufgenommen werden, hatte in der Gemeinde Bargischow auch offene Anfeindungen hervorgerufen.

Fahrräder werden benötigt

Was vorerst fehlt, sind vor allem Dinge des Alltags. Kochgeschirr, Kinderbetten, Bettwäsche – Ines Guderjahn hofft auf Spenden aus der Bevölkerung. Vor allem beschäftigt sie aber ein Problem: Die Mobilität der Flüchtlinge in dem kleinen Ortsteil. Einkauf, Arztbesuch, Ämtergang – zur Not will die Volkssolidarität einen regelmäßigen Fahrdienst einrichten.

„Wir brauchen dringend Fahrräder. Die brauchen nicht mal funktionstüchtig sein, wir arbeiten sie dann in unserer Werkstatt auf“, sagt sie. Wer für die Einrichtung spenden möchte, der kann sich an die Redaktion des Nordkurier oder an die Volkssolidarität in Anklam wenden.