Hunde-Streit:

Haben die Bernhardiner noch öfter zugebissen?

Im Hunde-Streit von Schwerinsburg meldet sich jetzt eine weitere Hundehalterin zu Wort. Ihr gehört der Spitz, der die beiden Bernhardiner im Welpenalter mit Bissen traumatisiert haben soll.

Die beiden Schwerinsburger Bernhardiner sollen auch einen Spitz mit Bissen traumatisiert haben.
Die beiden Schwerinsburger Bernhardiner sollen auch einen Spitz mit Bissen traumatisiert haben.

In einem Dorf, in dem fast jeder einen Hund hält, kann es ganz schön unübersichtlich werden, wenn es darum geht, wem welcher Hund gehört. Darum noch einmal der Reihe nach: In Schwerinsburg sorgen gerade die beiden Bernhardiner Leo und Melly für Trauer und Empörung, nachdem sie am Reformationstag den Dackel Wuschel von Roland Jarling tot gebissen haben.

Peter Rüdiger, dessen Eltern die beiden Bernhardiner besitzen, verteidigte die Tiere: „Der Rüde weiß gar nicht, wie viel Kraft er hat.“ Und außerdem seien die beiden eigentlich so lieben Hunde im Welpenalter mal von einem Spitz gebissen worden – und seitdem traumatisiert. Sogar in die Hundeschule und zu einer Hundelehrerin sei man mit den Tieren gegangen.

„Wir waren die Ersten, die diesen Bestien zum Opfer gefallen sind“

Doch Rüdigers Äußerungen bringen jetzt wiederum Birgit Schnaack auf die Palme. Sie ist eine Nachbarin der Rüdigers und Besitzerin eben jenes Spitz, der die beiden kleinen Bernhardiner angeblich gebissen haben soll. Doch den Vorfall vor über zwei Jahren hat Schnaack ganz anders in Erinnerung: „Mein Spitz hat die Bernhardinerwelpen nicht gebissen“, teilt sie uns mit. „Im Gegenteil, wir waren die Ersten, die diesen Bestien zum Opfer gefallen sind.“ Denn Schnaack erinnert sich, die beiden Bernhardiner hätten sie und ihren Spitz schon im jungen Alter angegriffen und beide verletzt. Ihr Hund musste tierärztlich versorgt werden – und Birgit Schnaack selbst über zwei Wochen in ärztliche Behandlung: „Ich musste eine Schiene an der Hand tragen“, berichtet sie. Sogar eine Narbe sei zurückgeblieben.

Nur aus Nachbarschaftlichkeit habe sie damals darauf verzichtet, die Hundehalter wegen des Übergriffs anzuzeigen: „Heute weiß ich, dass das ein Fehler war.“ Im Übrigen will sich Schnaack auch daran erinnern, dass die beiden Bernhardiner auch mindestens einen großen Hund attackiert hätten. Damit gäbe es mindestens vier Hunde und zwei Menschen, die bereits Opfer der beiden Bernhardiner wurden. Auch ihr Grundstück hätten die Tiere inzwischen mehrfach verlassen, berichtet Schnaack.

„Eigentlich greifen Bernhardiner von ihrem Wesen her keine anderen Hunde an“

Sind die beiden Bernhardiner also wirklich so lieb und harmlos, wie Peter Rüdiger behauptet? Ganz offensichtlich nicht, was absolut untypisch für Bernhardiner ist, wie Ute Gudat vom Anklamer Tierschutzverein sagt: „Eigentlich greifen Bernhardiner von ihrem Wesen her keine anderen Hunde an.“ Dass die Tiere im jungen Alter traumatisiert worden seien, hält sie aber für durchaus möglich: „Unabhängig davon, ob der Spitz nun gebissen hat oder nicht – so etwas kann bei jungen Hunden vorkommen. Und das lässt sich dann später in der Tat kaum noch korrigieren.“

Unabhängig davon sei es jetzt aber wichtig, dass die Hundehalter die richtigen Konsequenzen ziehen, sagt Gudat: „Die Tiere dürfen im Grunde gar nicht mehr von ihrem umzäunten Grundstück runter. Und wenn doch, dann nur mit Leine und Maulkorb.“ Die Leine allein genüge nicht: „Denn im Zweifel kann ein Mensch die beiden Tiere ja gar nicht festhalten.“

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