Eigentümerin verzweifelt:

Haus in Anklam zu verschenken

Wer Zeit, Mut, handwerkliches Geschick und verdammt gute Nerven hat, der kann sich bei Tatjana Sievers melden. Die Frau möchte nämlich ihr Haus in der Spantekower Landstraße verschenken. Das Gebäude hat ihr bis jetzt nur Sorgen bereitet.

Die untere Baubehörde des Landkreises sagt, dass von dem Haus eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe. Niemand dürfe es mehr bewohnen.
Lutz Reuter Die untere Baubehörde des Landkreises sagt, dass von dem Haus eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe. Niemand dürfe es mehr bewohnen.

Vor zwei Jahren hat die Wiesbadenerin Tatjana Sievers ein Haus in der Spantekower Landstraße in Anklam ersteigert. Zu einem vermeintlichen Schnäppchenpreis: 1800 Euro. Gesehen hatte sie das Gebäude vorher nicht. Und so war sie - zum ersten Mal vor Ort - ziemlich überrascht darüber, wie sanierungsbedürftig die Immobilie mit 25 Wohnungen ist.

Der ursprüngliche Plan war, Wohnungssuchenden einen Tauschhandel anzubieten: mietfreie Unterkünfte gegen Hilfe bei der Haussanierung. Anfangs lief es auch ganz gut. Drei junge Obdachlose und ein Frührentner ließen sich auf das Abenteuer ein. Sie verlegten Wasserleitungen und richteten einige Zimmer her.

"Gebäude ist eine Gefahr für die Allgemeinheit"

Mittlerweile sind die Obdachlosen nicht mehr da. Nur der Frührentner und die Eigentümerin selbst sind noch übrig. Doch auch sie müssen jetzt raus. Denn am 12. August hat Tatjana Sievers ein Schreiben von der unteren Baubehörde des Landkreises erhalten.

Darin ist von einer Nutzungsuntersagung mit sofortiger Wirkung die Rede. Im Klartext: Niemand darf dort mehr wohnen. Aufgrund mehrerer Schäden und Mängel gehe von dem Gebäude „eine Gefahr für die Allgemeinheit aus“.

Nun sucht Tatjana Sievers einen Abnehmer. Ein Versteigerungsversuch bei ebay blieb erfolglos. Deshalb würde sie das Haus spenden oder verschenken, wenn sich ein Interessent fände.

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