Eisiger „Abendspaziergang“:

Hunderte marschieren bei rechter Demo in Anklam

Mit Fackeln, Parolen und fremdenfeindlichen Plakaten „spazierten“ am Dienstagabend rund 300 Personen durch Anklam. Organisiert wurde der Marsch aus NPD-Kreisen.

250 bis 300 Personen nahmen an der Demonstration nach Polizeiangaben teil. Die Veranstalter sprachen von 450 Teilnehmern.
Christopher Niemann 250 bis 300 Personen nahmen an der Demonstration nach Polizeiangaben teil. Die Veranstalter sprachen von 450 Teilnehmern.

Zwischen 250 und 300 Personen haben am Dienstagabend in Anklam gegen die deutsche Asylpolitik demonstriert. Organisiert wurde die Veranstaltung in erster Linie aus Reihen der NPD. Vor Beginn der Veranstaltung stimmte der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD, Enrico Hamisch, die Teilnehmer mit einer Rede auf den Marsch ein. Unterbrochen wurde er immer wieder von rund 20 Gegendemonstranten, die sich auf der anderen Straßenseite eingefunden hatten.

Die Demonstranten trafen sich in der Lübecker Straße in der Anklamer Südstadt. Sie waren in der Mehrzahl jung und männlich. Viele trugen Kleidung der Marke „Thor Steinar“ oder andere Szenekleidung. Mitglieder der Ueckermünder Kameradschaft „Aryan Warriors“ ließen es sich nicht nehmen, ihre Kutten zur Schau zu stellen. Fremdenfeindliche Plakate aus Torgelow, Wolgast und von der Insel Usedom waren zu sehen. Mit einem Blick war klar, dass hier nicht die breite Mitte der Anklamer Gesellschaft marschierte.

Die sprachliche Beschallung während des Spaziergangs übernahm der Ueckermünder NPD-Landtagsabgeordnete Tino Müller. Eine Auflage des Demonstrationszuges war, dass der Beschallungswagen alle fünf Minuten eine Pause von fünf Minuten machen musste. In dieser Zeit skandierten die Teilnehmer der Demo ihre Parolen, die sich in erster Linie gegen Kanzlerin, Regierung und Medien richteten. Der „Spaziergang“ verlief bis auf einen Böllerwurf im Innenhof des Hamburger Rings ohne Vorkommnisse.

Kommentare (6)

Thor Steinar als Nazimarke zu bezeichnen, würde ich echt vorsichtig sein.Die Marke hat ihren Sitz schon lange in Dubai und sollte sich auch nicht scheuen mal eine Klage einzureichen gegen solche Verleumdung.

Komisch: Im Impressum des Internet-Shops der Marke steht eine Anschrift in Mittenwalde und eingetragen ist sie am Amtsgericht Cottbus. Von Dubai ist keine Rede. Mal ganz davon abgesehen, dass unter anderem der Brandenburger Verfassungsschutz Thor Steinar als Erkennungsmermkal der Nazi-Szene ansieht. Ganz ohne Grund ist das Tragen der Marke im Bundestag dshalb auch nicht verboten. Mit Verleumdung hat das nichts zu tun. Gerald Bahr/Redakteur

Faisal Zarooni aus Dubai kaufte 2009 die Media Tex Gmbh zu der auch Thor Steinar gehört...aber das wissen sie selbst nur die andere Schlagzeile kauft sich eben besser.

Das stimmt, MediaTex wurde von Zarooni gekauft. Das ändert aber nichts am Ursprung der Marke in Deutschland und dass Verfassungsschutz und Bundestag sie als Erkennungsmarke der Nazi-Szene bewerten. Und mit Dubai, bzw. arabischen Motiven hat die Kleidung als "Nordic Company" nun gar nichts zu tun.

Volkswagen hat auch seinen Ursprung im dritten Reich...bin ich deswegen Nazi wenn ich einen fahre....Sie merken schon was sie für einen Unsinn schreiben...wer sich damit nicht auskennt glaubt diese Mist natürlich.

Mit Verlaub, der Vergleich von Volkswagen und Thor Steinar hinkt sehr stark. Bewertet der Verfassungsschutz Volkswagen etwa als Erkennungsmarke der Nazi-Szene? Nein. Grüße, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion