Rekord beim Krankenstand:

Immer weniger Polizisten, und immer mehr sind krank

Das klingt logisch, auch wenn es eine traurige Logik ist: Weil die Polizei immer weniger Leute hat, steigt der Druck auf die Kollegen. Der Krankenstand steigt und steigt. Das kam bei einem Besuch der Linken-Kreistagsfraktion in Anklam ans Licht.

Die Polizei-Inspektion in der Friedländer Landstraße in Anklam ist für ein riesiges Gebiet zuständig und muss ihre Aufgaben mit immer weniger Leuten schaffen.
Simon Voigt Die Polizei-Inspektion in der Friedländer Landstraße in Anklam ist für ein riesiges Gebiet zuständig und muss ihre Aufgaben mit immer weniger Leuten schaffen.

Für Inspektionsleiter Gunnar Mächler stand am Dienstag nach einer Knieoperation eigentlich wieder der erste Arbeitstag an. Unverhofft brachte sich die OP aber mit einer fiesen Entzündung in Erinnerung. Da sich aber Besuch aus Schwerin angekündigt hatte, begrüßte der Polizeidirektor seine Gäste per Telefonkonferenz.

Gesundheit war auch ein gutes Stichwort, denn laut Mächler sieht es ganz danach aus, dass in diesem Jahr ein neuer Rekord an Krankentagen erreicht wird. Mächler: „Die Statistik geht seit Jahren nach oben.“ Zwölf Mitarbeiter seien sogar seit Jahresbeginn dauerkrank, hier stünde leider bald die generelle Eignung zum Polizeidienst zur Disposition. Nach Meinung der Linken führe eine zu lange Lebensarbeitszeit zu derartigen Problemen und derart „dramatischen Zahlen“. Außerdem müsse in Sachen Vorsorge mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Polizisten eingegangen werden. Zur „altersgerechten Verwendung“ von Mitarbeitern säßen die Kollegen in Bremen bereits an Konzepten, die man laut Mächler gerne auch in Vorpommern erproben würde.

Immer mehr Probleme bereite der Inspektion auch der von Schwerin angeordnete Personalabbau. „Ende 2014 sind wir bei 520 Mitarbeitern,“ so der Leiter, womit eine „Schmerzgrenze“ erreicht sei. Jeder Verlust ziehe eine Mehrbelastung der übrigen Mitarbeiter nach sich, wodurch „deutlich mehr Kompromisse als früher“ nötig seien. Das sind ausgeklügelte Schichtpläne oder revierübergreifende Einsätze, doch grundsätzlich „wäre es schön, wenn wir solche Gedanken nicht anstellen müssten.“

 

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