Ein Baby für die Insel:

In Anklam geboren, aber eine echte Inselkönigin

Mit Diana Kley kam jetzt eine waschechte Inselbewohnerin in Anklam zur Welt. Doch die Kleine stammt keineswegs vom nahen Usedom, sondern lebt künftig auf Koos.

Nils, Sandra und Diana Kley freuen sich auf das gemeinsame Inselleben.
Anne-Marie Maaß Nils, Sandra und Diana Kley freuen sich auf das gemeinsame Inselleben.

Etwa anderthalb Quadratkilometer misst die Insel Koos und ist somit die größte Insel im Greifswalder Bodden. Das Paradies für Vogelkundler ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Gut vier Kilometer vom nächsten Dorf entfernt – zwei davon führen über den Deich – ist die kleine Insel quasi Sinnbild für die pure Einsamkeit – für ihre Bewohner. Drei Menschen lebten bislang auf der Insel, das junge Ehepaar Sandra und Nils Kley und ihr Vermieter.

Doch jetzt hat das kleine Eiland im Bodden Einwohnerzuwachs bekommen. Am Montag erblickte die aktuell vierte zukünftige Bewohnerin der Insel das Licht der Welt: Baby Diana Kley. Die kleine Inselkönigin wurde ausgerechnet im Anklamer Klinikum geboren. Doch warum? Immerhin liegen zwischen der Insel und Anklam schlappe 55 Kilometer, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Und die Reise nach Anklam führt quasi direkt am Greifswalder Uni-Klinikum vorbei.

Entbindung in Anklam

„Wir haben uns hier auf Anhieb wohlgefühlt“, sagt Sandra Kley. Das Paar hat sich mehrere Geburtsstationen in der Region angeschaut und sich dann für Anklam entschieden. „Hier ist alles so familiär und das Team ist superfreundlich“, sind sich die Eltern einig.

Genauso einig war sich das Paar auch bei der Wahl seines Wohnorts. Mit „Lust auf Abenteuer“ war die Wohnung auf der Insel ausgeschrieben, sagt Nils Kley, der als Tierarzt für das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems arbeitet. Besonders seiner Frau gefiel zudem die Idee, auf einer Insel zu leben. Als dann die Sympathie zwischen Vermieter und Mieter vom ersten Kontakt an stimmte, war eigentlich alles klar. Im Juni vergangenen Jahres zogen die Kleys auf die Insel.

Ehepaar bevorzugt die Ruhe

Dabei ist der Wohnort für die beiden noch ungewöhnlicher, wenn man ihre Herkunft betrachtet. Sandra Kley ist Österreicherin und kommt aus Salzburg. Nils Kley wurde zwar in Niedersachsen geboren, ist aber als Sohn eines Thüringers und einer Slowakin in Bayern aufgewachsen. Kennengelernt hat sich das Paar in Wien und lebte vor dem Umzug nach Mecklenburg-Vorpommern in Bayern. Die Berge vermissen sie aber dennoch nicht. Besonders die Weite und die Ruhe beeindrucken gerade die 30-jährige Sandra Kley immer wieder.

Doch keine Angst, wirft ihr Mann ein, die kleine Diana wird nicht in der Isolation aufwachsen. „Wir haben allein schon durch unseren Beruf viele Kontakte auch ins Ausland und oft Besuch“, sagt er. Glückwünsche zur Geburt ihres ersten Kindes hat das Paar daher aus Israel, Kanada, der USA oder dem Baltikum bekommen, um nur einige Länder zu nennen.

Baby-Boom im Klinikum

Doch nicht nur den Kleys scheint es im Anklamer Ameos Klinikum zu gefallen. Zustände wie in dieser Woche hat man dort wahrscheinlich zuletzt zu DDR-Zeiten erlebt. Denn die Klinik kann einen wahren Baby-Boom verzeichnen. So wurden alleine am Dienstag innerhalb von 24 Stunden sechs Kinder in Anklam geboren. So viele, wie sonst manchmal in einer ganzen Woche. Und die Klinik kann noch mit einer weiteren Jubelzahl aufwarten. Bereits in der vergangenen Woche wurde das 200. Kind in diesem Jahr geboren. Die kleine Inselbewohnerin Diana war Kind Nummer 201.