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Ist auf "Wahlkampf-Fotos" alles echt oder wird da getrickst?

Vorpommern, das Land der schönen Menschen. So viel Ausstrahlung. So viel Frische! Jetzt im Wahlkampf fällt das so richtig auf. Alle zum Anbeißen. Aber geht da alles mit rechten Dingen zu? Wir haben bei den Parteien nachgefragt und auch selbst an den Reglern gedreht.

Beate Schlupp auf dem aktuellen offiziellen Landtagsfoto (links). Kein Fall für unsere Grafiker denn die CDU-Politikerin hat sich selbst radikal verändert. (Um sich die anderen Fotos anzusehen, klicken Sie bitte auf den Button "nächstes Bild".)
NK Archiv Beate Schlupp auf dem aktuellen offiziellen Landtagsfoto (links). Kein Fall für unsere Grafiker denn die CDU-Politikerin hat sich selbst radikal verändert. (Um sich die anderen Fotos anzusehen, klicken Sie bitte auf den Button "nächstes Bild".)

Politische Inhalte passen ja schlecht auf so ein Wahlplakat, da müssen die Gesichter um so mehr überzeugen. Da können ein paar Falten an der falschen Stelle oder einige Kilos zu viel schon stören. Aber da gibt es ja Möglichkeiten, technisch kein Problem. Wie tief also greift man in die Trickkisten?

Nicht ganz naturgetreu

Nein, nein, so heftig sei es dann auch nicht. Lisa Rossel, Pressesprecherin der FDP im Land, wiegelt ab. Die Spitzendkandidaten der Liberalen, die auf den Plakaten besonders jung und reizend wirkt, würde man auf der Straße schon noch wiedererkennen. Aber immerhin gibt man beim Landesverband zu: So ganz naturgetreu sind die Fotos nicht, die von Cécile Bonnet-Weidhofer für den Wahlkampf verwendet werden. Aber viel Bildbearbeitung brauche es in dem Alter nun wirklich nicht.

Manchmal reicht, wie bei Beate Schlupp (CDU), schon eine andere Haarfarbe und andere Kleidung, um einen ganz anderen Eindruck zu hinterlassen. Bei den anderen Beispielen (siehe Bildergalerie oben) demonstrieren die Grafiker des Nordkurier, was heutzutage alles möglich ist.

Ein paar Falten machen sympathisch

Die CDU gibt ihren Kandidaten freie Hand. Wenn es um Lorenz Caffier geht, setze man auf Natürlichkeit. Und so ein paar Falten machen schließlich auch sympathisch. "Natürlich sind das professionelle Fotos, die auch entsprechend ausgeleuchtet sind, aber nachträglich wird nichts mehr bearbeitet", so Leu.

Bei den Linken dagegen werden die Fotos der Direktkandidaten zentral durch die Bildbearbeitung geschleust, um kleinere Korrekturen - zum Beispiel von Hautrötungen - vorzunehmen. Kai Kröger, Landesgeschäftsführer, erklärt das etwas andere Konzept der Partei: "Die Kandidatenfotos entstehen bei natürlichem Licht. Das sind auch professionelle Bilder, aber eben nicht aus einem sterilen Studio", sagt er.