Nach den Anfeindungen:

Jetzt spricht Zeretzke!

Sie war ein Grund, warum Friedrich Baumgärtner als Bürgervorsteher zurücktrat. Bürgermeister Michael Galander und CDU-Fraktionschef Steffen Gabe legten nach. Mit Monika Zeretzke sei es wirklich ein Kreuz. Die Politikveteranin hielt sich mit einer Reaktion zurück. Doch jetzt redet sie Klartext.

Monika Zeretzke ist seit 1990 Stadtvertreterin.
Archiv Monika Zeretzke ist seit 1990 Stadtvertreterin.

„Wer sich in die Politik begibt, der darf keine Mimose sein“, sagt Monika Zeretzke. Dass da auch durchaus mal ein Gewitter über dem eigenen Kopf losbrechen kann, hat die Linke-Politikerin nun am eigenen Leib gespürt. Als „unerträglich“ beschrieb sie der scheidende Bürgervorsteher Friedrich Baumgärtner und benannte Zeretzke sogar als einen seiner Rücktrittsgründe. Bürgermeister Michael Galander und Steffen Gabe von der CDU legten nach. Doch jedes Gewitter bringt eben auch eine Reinigung, sagt Zeretzke. Angst vor der nächsten Stadtvertretersitzung habe sie jedenfalls nicht.

Für den Rücktritt von Friedrich Baumgärtner bekundet Monika Zeretzke trotz aller Querelen Respekt. Es sei sicher nicht leicht, nach einem arbeitsreichen Leben in die Kommunalpolitik zu gehen: „Vielleicht hat er sich zu viel zugemutet“, sagt Zeretzke im Hinblick auf den Bürgervorsteherposten. Enttäuscht sei sie aber schon, sagt die Anklamerin, zumal sie Baumgärtner als Bürgervorsteher auch mitgewählt habe. Dass er weiterhin Mitglied der Stadtvertretung bleiben will und sich nicht ganz zurückzieht, sei dagegen „bemerkenswert“, urteilt die langjährige Stadtvertreterin. Der Rücktritt als Bürgervorsteher sei ein Imageschaden, da müsse man sich nichts vormachen, ergänzt sie.

Bekannt für klare Aussagen

Dass auch ihrer Person ein erheblicher Anteil daran zugerechnet wird, trägt Monika Zeretzke dagegen mit Fassung. „Begeistert bin ich nicht“, sagt sie zu den Äußerungen, die in den vergangenen Tagen fielen. Aber: „Ich bin bekannt für klare Aussagen und kämpfe mit offenem Visier“, sagt sie. Unter die Gürtellinie sei sie bei aller Kritik aber nicht gegangen, fügt Zeretzke hinzu. Wenn es um die Einhaltung der Geschäftsordnung im Stadtparlament gehe, werde sie aber weiterhin mit der Kommunalverfassung wedeln, kündigt sie schon mal an: „Ich ertrage es nicht, wenn wir es ewig falsch machen und uns nicht an die Beschlüsse halten.“

Dennoch hat sich auch Monika Zeretzke der Kritik bereits nach der Hauptausschusssitzung im Dezember gestellt. „Ich habe meinen Stellvertreter in der Fraktion nach seiner Meinung gefragt“, sagt Zeretzke. Manche Aktionen der „roten Moni“ fand aber wohl selbst dieser überzogen.

„Ich werde mich nicht zahm in die stille Ecke setzen. Das kann ich nicht. Aber vielleicht öfter mal bis zehn zählen“, sagt sie dazu. 

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