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Karlshagener Jung-Köche haben beim Bundesfinale einen prominenten Fan

VonSandra GrüningJungs sind grobmotorisch? Nichts da! Die Schülerköche aus Karlshagen fertigen für das Bundesfinale in Erfurt hauchdünne Schoko-Spitzen ...

„Wenn Schüler immer so kochen, dann mache ich mir um die kulinarische Zukunft in Deutschland keine Sorgen!“, sagte Fernsehkoch Johann Lafer bei seinem Besuch mit Kim Fischer in der Karlshagener Schule.  FOTO: Sandra GRüning

VonSandra Grüning

Jungs sind grobmotorisch? Nichts da! Die Schülerköche aus Karlshagen fertigen für das Bundesfinale in Erfurt hauchdünne Schoko-Spitzen an – und von denen ist sogar ein Starkoch begeistert!

Karlshagen/Erfurt.Cappuccino vom roten Pommerntrüffel, Roulade vom Federvieh mit Erdapfel-Mus und zum Dessert eine Insel mit Leuchtfeuer – das sind Kreationen, bei denen Genuss-Liebhabern das Wasser im Mund zusammen läuft. Doch dieses Gourmet-Menü steht nicht etwa auf der Karte eines Sterne-Restaurants. Den Gaumenzauber kochen Ric Päschke, Eric Fisch, Christoph Neubauer und Niklas Anterhaus aus der achten und neunten Klasse der Karlshagener Heinrich-Heine-Schule. Sie haben es damit bis ins Bundesfinale des 16. Erdgaspokals der Schulköche nach Erfurt geschafft.
Um aus der thüringischen Landeshauptstadt allerdings den Schülerkochpokal mit nach Hause zu nehmen, müssen die vier Kochfreunde am Sonnabend noch mal alles geben. Dann geht‘s um die Wurst. Oder besser gesagt, um das beste Schülermenü Deutschlands. „Da muss alles klappen. Und wenn es irgendwo hakt, helfen wir uns“, sagt Erik Fisch, Fischi genannt. Sein Metier ist das Fleisch. Eine Fummelarbeit, die mit Aprikosen und Mandelmus gefüllten Putenbrüste zu Rouladen zusammenzubinden. Aber Fischi hat Routine. Mindestens 25 Mal habe er das Wettbewerbsmenü schon gemacht. Außerdem kocht er gern und kann sich vorstellen, eine Kochlehre zu machen. „Leckere Gerichte zu erfinden, macht Spaß.“
Erik Fisch macht zum zweiten Mal beim Kochwettbewerb mit, hatte sofort Ja gerufen, als seine Kochlehrerin Kerstin Schulz anfragte. „Bei den Wettkämpfen müssen die Schüler ganz ohne Lehrer auskommen. Das heißt, eigenverantwortlich und im Team arbeiten“, sagt Schulz.
Zum 12. Mal macht die Karlshagener Schule bei dem bundesweiten Wettbewerb mit und hat es zum fünften Mal ins Finale geschafft. „Einmal waren wir Dritter. Dieses Jahr holen wir den Pott“, sagt Niklas, der einen Dominospieß mit gelben und grünen Zucchini-Würfeln spickt. Christoph ist ordentlich nervös. Er fertigt hauchdünne Schokoladenspitzen an. Noch aufgeregter allerdings war er, als TV-Koch Johann Lafer auf seiner Genussreise über die Insel bei den Finalisten vorbeigeschaut hatte. „Er hat uns Tipps gegeben“, sagt Fischi. Und einen Anreiz zu gewinnen: Wenn sie Sieger werden, lädt Johann Lafer sie und ihre Schulleiterin Marlies Schönberg auf seine Stromburg ein.