Betreiber-Verein enttäuscht:

Keine Fördermillionen für die Schwimmhalle

Wieder einmal geht die Anklamer Schwimmhalle bei der Vergabe von Fördermitteln aus einem millionenschweren Bundesprogramm leer aus. Stattdessen bekommt Schwerin 3,8 Millionen Euro für ein Bildungs- und Bürgerzentrum. Anklam muss weiter warten.

Eigentlich macht sie auch nach 47 Jahren immer noch eine gute Figur, die Anklamer Schwimmhalle. Doch der erste Eindruck täuscht, sie braucht dringend eine Generalüberholung.
NK-Archiv Eigentlich macht sie auch nach 47 Jahren immer noch eine gute Figur, die Anklamer Schwimmhalle. Doch der erste Eindruck täuscht, sie braucht dringend eine Generalüberholung.

Es wäre so schön gewesen. Ein ordentlicher Schluck aus der Fördermittel-Pulle des Bundes hätte der Anklamer Schwimmhalle mehr als nur gut getan. Immerhin wurde die Einrichtung 1968 gebaut und zeigt seit einigen Jahren nun bereits deutliche Alterserscheinungen. Nach Angaben der Anklamer Bauamtschefin Sylvia Thurow werden für die Sanierung zuzüglich des Anbaus 4,3 Millionen Euro gebraucht.

Doch woher das Geld nehmen? Weder die Stadt noch der Betreiberverein Peenerobben haben es auf der hohen Kante. Zwar hatte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) vor knapp zwei Jahren bei einem Besuch der Halle versprochen zu helfen, doch Geld gekommen ist keines. Und so wurschteln sich die Peenerobben immer wieder mit kleineren und größeren Reparaturen durch.

Doch die Hoffnung auf einen Zuschuss vom Bund ist jetzt auch zerstoben. Dabei sah es fast so aus, als hätte Anklam diesmal eine Chance. 140 Millionen Euro hat der Bund für kommunale Infrastrukturprojekte mit besonderer sozialer und integrativer Wirkung bereitgestellt. Anklam hat sich mit seiner Schwimmhalle beworben. Doch Pech gehabt. Aus Mecklenburg-Vorpommern kann sich nur Schwerin freuen. Dorthin fließen 3,8 Millionen Euro für ein Bildungs- und Bürgerzentrum.

„Wir werden uns erneut an das Ministerium für Inneres und Sport wenden und uns um weitere Förderprogramme wie für energetische Sanierung bemühen“, sagt Bauamts-Chefin Thurow: „Eine Schließung der Schwimmhalle können und wollen wir nicht zulassen. Wer will die Verantwortung dafür übernehmen, dass die Kinder nicht mehr schwimmen lernen? Und wer sichert die Ostseestrände, wenn keine Rettungsschwimmer mehr ausgebildet werden?“ Argumente, mit denen die Rathaus-Verantwortlichen auch Geldgeber überzeugen wollen. 

Immerhin bekommt die Schwimmhalle am Donnerstag eine neue Eingangstür. Dazu bleibt die Halle am Donnerstag für einen Tag geschlossen. Am Karfreitag und über das Osterfest ist sie aber ganz normal geöffnet.

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