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Klagemauer ist ab Mittwoch Geschichte

Jetzt endlich fällt die Klagemauer in der Friedländer Straße in Anklam. Mitarbeiter einer Gützkower Firma wollen sie bis Mittwoch verschwinden lassen. Damit endet eine traurige Geschichte von geplatzten EigentümerTräumen. Immerhin gibt’s Fördermittel.

Endlich rollt der Bagger an. Bis Mittwoch soll die Klagemauer an der Friedländer Straße abgetragen sein.
J. Klein Endlich rollt der Bagger an. Bis Mittwoch soll die Klagemauer an der Friedländer Straße abgetragen sein.

Nicht viel Federlesen machten die Mitarbeiter einer Gützkower Baufirma mit der Anklamer Klagemauer in der Friedländer Straße. Am Montag rückten sie mit einem Bagger an, und wenige Stunden später stand von der in einem Stahlkorsett gehaltenen Hausfassade kein Stein mehr auf dem anderen. Bis zum Mittwoch wollen die Männer die Baustelle völlig eingefriedet haben. Wann dort wieder ein Haus hochgezogen wird, ist vorerst fraglich. Stattdessen soll dort erst einmal friedlich Gras über die an sich recht unglückliche Geschichte des Haus-Torsos wachsen.

Für die Eigentümer-Familie Dittrich aus Anklam sicherlich ein bitterer Endpunkt eines ambitionierten Bauvorhabens: Denn statt der grünen Wiese hatten sie ein modernes Wohnhaus hinter der alten Fassade auf dem Grundstück vorgesehen. Doch ausgerechnet an der Fassade soll das Projekt dann gescheitert sein. Laut Angaben der Eigentümer haben sie eine sechsstellige Summe in die Sicherung des alten Gebäudeteils investiert. Doch „Planungs- und Durchführungsfehler“ hätten für eine Instabilität der Fassade gesorgt, sodass sie nun abgerissen werden muss.

Stadt versucht Eigentümern zu helfen

Das Vorhaben soll rechtlich aufgearbeitet werden, doch zudem hat die Eigentümerfamilie nach Wegen gesucht, das Grundstück für andere Nutzungen freizumachen. So fragte sie wiederholt bei der Grundstücks- und Wohnungswirtschafts GmbH (GWA) an, ob diese nicht das Grundstück zurückkaufen wolle. Doch die Gesellschafterversammlung sprach sich dagegen aus. Bürgermeister Michael Galander hatte dies voll mitgetragen. Was den Dittrichs da an der Friedländer Straße passierte, sei bedauerlich, doch müsse man dies unter dem Aspekt unternehmerisches Risiko sehen, sagt er. Allerdings versucht die Stadt, den Eigentümern dennoch eine Brücke zu bauen. „Der Abriss der Fassade kann innerhalb einer Ordnungsmaßnahme bis zu 50 Prozent gefördert werden“, sagte der Bürgermeister. Zudem wolle man mit den Möglichkeiten der GWA die Eigentümer unterstützen und für das Grundstück an der Friedländer Straße sowie ein weiteres an der Frauenstraße neue Investoren suchen.