Strand statt Gemüsebeet:

Gartenverbot für Berliner in Vorpommern

Viele Hauptstädter haben die Laubenpieper-Idylle um Anklam für sich entdeckt. Doch die Kleingartenvereine sehen das als nicht gern.

Um gut gestutzte Hecken und gepflegte Beete kümmern sich die Laubenpächter aus Berlin laut den Vorwürfen nicht.
Pixavril - Fotolia.com Um gut gestutzte Hecken und gepflegte Beete kümmern sich die Laubenpächter aus Berlin laut den Vorwürfen nicht.

Sie kommen am Freitagabend angerauscht, legen sich in die Sonne - doch das tun sie nicht in ihrem Kleingarten, sondern zumeist an der nahen Ostsee. Und am Sonntagnachmittag sind sie wieder in Richtung Berlin verschwunden. Gartenarbeit Fehlanzeige.

Aber das interessiert die meisten Hauptstädter sowieso nicht. So jedenfalls sehen das die Laubenpieper aus der Region. Demnach haben die Berliner nur Interesse an einem Domizil nahe der Ostsee, das obendrein noch preiswert zu haben ist. Und das finden sie in Ueckermünde, Anklam und Umgebung auf jeden Fall.

Anlagen werden als Hotel-Alternative genutzt

Das Haff liegt vor der Tür, und nach Usedom ist es nur ein Katzensprung. Kein Wunder also, dass die Kleingartenanlagen in der Region bei Berlinern gerade sehr angesagt sind. Und auch der Preis stimmt. Mit einem Beitrag von 60 bis 150 Euro im Jahr sind sie dabei.

„Ein echtes Schnäppchen“, findet auch Katrin Kynast, Chefin der Kleingartensparte „Sorgenfrei“ in Anklam.“ Für dieses Geld bekommen die Leute auf der Insel höchstens für ein paar Tage ein Quartier. Um den Garten geht es diesen Pächtern nämlich nicht, und das gefällt den hiesigen Kleingärtnern gar nicht.

„Zehn Prozent unserer Gärten sind an Leute aus Berlin oder von sonst woher verpachtet, die kümmern sich nur notgedrungen um den Garten“, sagt Daniel Schmidt von der Ueckermünder Kleingartensparte Schwarzer See II. In den Nachbarsparten sei das nicht anders. Auch in Ueckermünder Anlagen heißt es darum schon seit langem: Keine Berliner mehr.