Ohne Genehmigung:

Klinik blamiert sich mit Imagekampagne

Seriös, kompetent und zuverlässig: Im noch laufenden Streit um die Kliniken in Vorpommern sollte eine Plakat-Kampagne den Ruf des Wolgaster Krankenhauses aufpolieren. Das ging deutlich daneben.

An zahlreichen öffentlichen Plätzen wurden am Montagnachmittag in Wolgast Werbung für das Krankenhaus gehängt. Einen Tag später hat das Ordnungsamt reagiert und die Plakate entfernt.
Kai Ottenbreit An zahlreichen öffentlichen Plätzen wurden am Montagnachmittag in Wolgast Werbung für das Krankenhaus gehängt. Einen Tag später hat das Ordnungsamt reagiert und die Plakate entfernt.

Der Protest gegen die Schließung von drei Abteilungen des Krankenhauses Wolgast ebbt nicht ab. Erst am Montag wurde wieder eine Mahnwache abgehalten. Nun wollte das Unternehmen, das zur Greifswalder Universitätsklinik gehört, offenbar ein Zeichen setzen: Eine dreistellige Zahl an Plakaten sollte in Wolgast für Vertrauen in das örtliche Krankenhaus werben.

Mehrere Chefärzte posierten für die Kampagne. Deren Botschaft: Bei uns sind sie in guten Händen, trotz aller schlechten Nachrichten über Schließungen, Defizite und möglicher Ermittlungen gegen die Geschäftsführer

Keine Genehmigung vom Ordungsamt

Doch das Signal ging nach hinten los. Denn die Plakat-Kampagne war offenbar nicht mit dem Ordnungsamt der Stadt Wolgast abgesprochen. Keine 24 Stunden später waren die Plakate wieder entfernt, wie man am Dienstagnachmittag im Wolgaster Rathaus bestätigte. Das Aufhängen solcher Plakate an öffentlichem Eigentum müsste vom Ordnungsamt genehmigt werden. Eine entsprechende Anfrage habe es nicht gegeben

"Wir hätten einer solche Aktion ohnehin nicht zugestimmt", so Elke Bohl, Mitarbeiterin des Fachamtes für Öffentliche Ordnung. Einen Teil der Plakate sei am Dienstag gar von Mitarbeitern der Stadt wieder abgenommen worden. Für den Arbeitseinsatz werde die Stadt eine Rechnung stellen. Ob die an das Krankenhaus oder ein eventuell von dort beauftragtes Dienstleistungsunternehmen geht, wollte Bohl nicht sagen. Von einem Bußgeld werde man allerdings absehen. Immerhin handle es sich um Ersttäter.