Angesägte Hochsitze:

Lebensgefährliche Rache-Attacken auf Jäger

Es ist ein Thema, über das viele Jäger nicht besonders gern reden: militante Jagdgegner und ihre zum Teil perfiden Methoden.

Wer sägt bloß an den Hochsitzen rum?             
Kay Nietfeld/dpa-Archiv Wer sägt bloß an den Hochsitzen rum?  

Unbekannte sägen Hochsitze an. Der Hochstand fällt möglicherweise noch nicht gleich um, sondern gibt erst nach, wenn der Jäger hinaufklettert. „Das kann schnell lebensgefährlich werden“, sagt Achim Froitzheim, selbst Jäger in der Uecker-Randow-Region und Sprecher des Landesjagdverbands Mecklenburg-Vorpommern: „Das ist alles andere als ein Kavaliersdelikt.“

Die Kriminalpolizei bestätigt: Auch in Vorpommern gibt es immer wieder Beschädigungen an Hochsitzen, auch wenn die Beamten keine genauen Zahlen ermitteln können: „Das wird bei uns sehr allgemein als Sachbeschädigung geführt“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Vor einigen Wochen gab es allerdings wieder einen solchen Vorfall im Bereich Uecker-Randow. Falkenberg erinnert sich zudem an mehrere Fälle in den letzten Jahren. So etwa auch im Frühjahr im Greifswalder Umland. Dort sägten militante Jagd-Gegner gleich vier Jagdsitze um. Ein Schaden im höheren vierstelligen Bereich entstand. Immerhin waren die Sitze so zerstört, dass sie den Jägern sofort auffielen.

Die militante „Animal Liberation Front“, zu deutsch ungefähr „Tierbefreiungs-Front“, bekannte sich damals zu dem „Anschlag“ auf die vier Jagdsitze. Ermittelt werden konnten die Täter nicht, wie überhaupt in den seltensten Fällen. „Wir haben es in Vorpommern aber eher selten mit militanten Jagdgegnern zu tun“, sagt ein Jäger aus dem Altkreis Ostvorpommern: „Die sind hier Gott sei Dank ziemlich selten.“ Er glaubt: Die meisten Vorfälle sind eher „Nachbarschaftsstreitigkeiten“.

Wer steckt dahinter?

„Es kommt im Wald öfter mal zu Konflikten, wenn sich etwa Jäger durch Spaziergänger gestört fühlen und diese dann anschnauzen. Dann rächen sich die Spaziergänger eben.“ Für seine Jäger-Kollegen gälte schließlich die alte Weisheit: „Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus.“ Doch trotzdem seien Angriffe auf Hochsitze wirklich das Allerletzte, sagt Achim Froitzheim: „Über den Sinn und Unsinn von Jagden kann man gerne mit den Jägern diskutieren – ich bin mir sicher, dass die Jäger die besseren Argumente haben.“ Aber wer die Jagd nicht nur ablehne, sondern diese auch mit unrechtmäßigen Mitteln bekämpfe, der sei nun wirklich verabscheuenswürdig.

Die Hochsitze seien übrigens nicht das Einzige, was manipuliert würde: „Wir haben das auch schon bei Wilduhren und ähnlichem Zubehör erlebt.“ Die Sache mit dem Zubehör könne aber auch zur Gefahr für die Saboteure werden: „Schließlich setzen viele Jäger auch hochauflösende Wildkameras ein, die natürlich rein zufällig auch mal einen Menschen „erwischen können.“ Im Großen und Ganzen gebe es in Vorpommern aber relativ wenige Probleme zwischen Jägern und ihrer menschlichen Umwelt: „Insgesamt sind wir hier durchaus geachtet, und unsere Arbeit wird nicht nur von den Landwirten als sinnvoll wahrgenommen“, sagt Froitzheim. Trotzdem – eine gewisse Vorsicht sei geboten: „Wer auf den Jagdsitz steigt, sollte sich vorher vergewissern, dass der auf stabilen Füßen steht.“

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Kommentare (2)

Gerade diese Märchen über Jagdgegner, die angeblich Hochsitze ansägen würden, erzählen Jäger all zu gerne. Es gehört schon sehr viel Dummheit oder Naivität dazu um Jägern diese Lügen zu glauben. Wo gibt es denn die Belege für Fälle, bei denen Jagdgegner nachweisbar Hochsitze nur angesägt statt umgeworfen oder umgesägt haben. Daneben weiß in solchen Fällern auch keiner sicher, ob nicht auch gerade Jäger als Täter in Frage kommen. Ein Jäger der vom Hochsitz stürzt, schießt seinem Reviernachbarn eben auch keinen Rehbock vor der Nase mehr weg.

@ Detlef Arndt So einen Schwachsinn habe ich selten gelesen. FAKT ist es gibt genügend Bekennervideos von Jagdgegnern auf youtube.de wo es um das Ansägen von Hochsitzen geht. Da gibt es z.'B. auch Bekennende mit dem NickNamen Kanzelschubser. Das sagt doch wohl alles Bei uns im Revier konnten Jagdgegner vor 2 Jahren überführt werden einen Hochsitz angesägt zu haben. Es ist und bleibt eine Sachbeschädigung und Gefahr für Leib und Leben. Wer dies billigend in Kauf nimmt ist kriminell - ob Du es wahrhaben willst oder nicht