Ehedrama an Heiligabend:

Mann erschlägt eigene Frau

Furchtbar, was da am Heiligen Abend in Pritzwald passierte: Eine 59-Jährige wurde in ihrem Haus zu Tode geprügelt. Die Polizei sagt: Es war ihr eigener Mann. Das Paar war wohl schon lange dem Alkohol verfallen.

Nur der Hund, zwei Schafe und einige Gänse und Hühner waren bei der Bluttat vor Ort, die sich am Heiligen Abend ereignete.
Gabriel Kords Nur der Hund, zwei Schafe und einige Gänse und Hühner waren bei der Bluttat vor Ort, die sich am Heiligen Abend ereignete.

Das Haus am Dorfrand von Pritzwald, in dem sich das tödliche Drama abspielte, ist klein – vielleicht sogar das kleinste im Ort. Sonderlich gepflegt ist es nicht, aber das Wohnzimmerfenster hatten die Eheleute immerhin weihnachtlich geschmückt. Hier wollte das Ehepaar eigentlich den 24. Dezember zusammen verbringen. Doch der Tag wurde dann zum letzten im Leben von Waltraud M., die alle nur Trude nannten. Seit vielen Jahren lebte sie mit ihrem Mann in dem Haus. Auf dem Hof tummeln sich ein Hund, mehrere Schafe, Gänse und Hühner.

Das Drama beginnt nicht erst an diesem Heiligen Abend, sondern vor vielen Jahren, wahrscheinlich schon vor Jahrzehnten, als Waltraud M. dem Suff verfiel – damals noch eine junge Frau. Ihr erster Mann starb vor 15 Jahren daran, sie selbst war von der Sucht schwer gezeichnet. Waltraud M. saß bereits im Rollstuhl, und dass obwohl sie erst 59 Jahre alt war. Der tägliche Suff, das ist auch bei Ulli M. (64), ihrem zweiten Mann, nicht anders.

Irgendwas hielt diese Ehe zusammen

„Die waren beide ganz nett, wenn sie denn mal nüchtern waren“, erzählt ein Nachbar: „Aber das war ziemlich selten.“ Und wenn sie getrunken hatten, konnte es ganz schön laut werden, und „dann hatte Trude auch immer mal wieder eine Platzwunde im Gesicht.“ Trotz allem: Irgendwas hielt diese Ehe zusammen. Die Tiere haben ebenfalls immer Futter bekommen, berichtet der Nachbar. „Das hat der Ulli schon noch hinbekommen.“

Der Ehemann war in den vergangenen Jahren nicht weiter auffällig, sagt die Polizei. Die Nachbarn wollen jedoch wissen, dass er zu DDR-Zeiten mehrmals im Knast saß, allerdings nicht wegen Gewalt, sondern wegen Diebstahls.

Mann ist "dringend tatverdächtig"

Aber was geschah nun an diesem Heiligen Abend? Was führte zu der Tat. Vielleicht war es das Besondere an diesem Tag, dass sich überall Familien zusammenfinden, um das Fest der Liebe zu feiern – bloß nicht in diesem Haus in Pritzwald, wo es keine Liebe mehr gab, sondern bloß noch Alkohol. Die Ermittler jedenfalls nennen den 64-Jährigen „dringend tatverdächtig“. Mehr wollen sie noch nicht sagen.

Klar ist derzeit nur: Gegen halb ein Uhr mittags klingelte Ulli bei seinem Nachbar und sagte: „Ich glaube, die Trude ist tot, die ist schon ganz kalt.“ Der Nachbar wollte lieber nicht mitgehen, aber er rief Notarzt und Krankenwagen. Der kam prompt und dann sah der Nachbar, wie der Krankenwagen gleich wieder umkehrte. Dann kamen die ersten Polizisten, am Abend dann immer mehr, „auch die Männer in den weißen Anzügen“. Stundenlang durchkämmte die Spurensicherung Haus und Grundstück; die Beamten befragten die Nachbarn.

Es war wahrlich kein schöner Heiliger Abend in Pritzwald.