Wenig Zeit und kein Geld:

Minister bleibt beim Nein zur Behelfsbrücke

Die Brücke über die Bahnlinie nördlich von Anklam muss bei laufendem Verkehr saniert werden. Daran will der Schweriner Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) auch vor der Anklamer Stadtvertretung nicht rütteln lassen.

Landesverkehrsminister Christian Pegel erläuterte den Anklamer Abgeordneten mit vielen schönen Worten die Sanierung der Eisenbahnbrücke, doch in der Sache blieb er hart: halbseitige Sperrung statt Behelfsbrücke.
Jörg Foetzke Landesverkehrsminister Christian Pegel erläuterte den Anklamer Abgeordneten mit vielen schönen Worten die Sanierung der Eisenbahnbrücke, doch in der Sache blieb er hart: halbseitige Sperrung statt Behelfsbrücke.

Viel Neues hatte Landesverkehrsminister Christian Pegel den Anklamer Stadtvertretern zur geplanten Sanierung der Straßenbrücke nördlich von Anklam nicht zu sagen. Bauarbeiten ja, Behelfsbrücke oder Alternativ-Bahnübergang nein. Seine Hauptargumente: Sowohl Zeit als auch Geld sind knapp.

Mittlerweile gibt es so große Risse und Löcher im Bauwerk, dass das gesamte Stahl-Tragwerk der Brücke unter Korrosion leidet. „Handeln wir nicht schnell, ist ein Neubau der Brücke unvermeidlich“, erklärte Pegel. Doch ein Neubau kostet gut fünf Millionen Euro, für die Sanierung muss das Land lediglich 1,8 Millionen locker machen.

Alternativen brauchen Jahre Vorlauf

Für Behelfsbrücke und Bahnübergang müsste ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, was mehrere Jahre dauern könnte. Vor allem das Eisenbahnbundesamt bräuchte für einen 24-stündigen Bahnstillstand, der beim Bau einer Behelfsbrücke oder eines provisorischen Bahnübergangs notwendig würde, rund drei Jahre Vorlauf. Außerdem sei eine Behelfsbrücke fast genauso teuer wie die gesamte Reparatur und der Bahnübergang wäre nicht effektiv. „Da müssen wir mit einer täglichen Schließzeit von fünf Stunden rechnen“, erläuterte der Minister.

Gebaut werden soll in zwei Etappen – zunächst von Dezember dieses Jahres bis Juni 2016. Dann wird eine Pause für den Urlaubsverkehr eingelegt, bevor im Dezember 2016 die zweite Etappe beginnt, die dann rechtzeitig vor dem Beginn der Urlaubssaison 2017 beendet werden sollen. Drei Vollsperrungen von je drei Tagen sind notwendig. 

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