1100 Kilometer in fünf Wochen:

Mit der Waschmaschine zu Fuß nach Usedom

Ludger Bücker hat über 1100 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Er lief von Emden nach Usedom, war wochenlang unterwegs. Seine Begleitung: Eine Waschmaschine auf einer Sackkarre. Das wirft natürlich einige Fragen auf...

Ludger Bücker kurz vor seinem Ziel in Wolgast. Nach etwa 1100 km zu Fuß ist inzwischen auf der Insel Usedom angekommen. Gestartet ist er vor fünf Wochen in Emden.
Tilo Wallrodt Ludger Bücker kurz vor seinem Ziel in Wolgast. Nach etwa 1100 km zu Fuß ist inzwischen auf der Insel Usedom angekommen. Gestartet ist er vor fünf Wochen in Emden.

Um das gleich vorwegzunehmen: Ludger Bücker höchstselbst nennt seine Aktion "vollkommen sinnfrei". Der 48-Jährige hat sich vor fünf Wochen auf den Weg auf die Insel Usedom gemacht, gestartet ist er in Emden an der Nordseeküste. Dort setzte ihn seine Freundin vor fünf Wochen ab. Seitdem wanderte er an der Küste entlang, insgesamt unfassbare 1100 Kilometer weit, sah viele Städte und Orte. Auch die Insel Rügen ließ er nicht aus.

Klar: Auf so eine Idee kann man schon mal kommen. Aber was die Angelegenheit dann doch etwas kurios macht, ist die Sache mit der Waschmaschine. Die hat Bücker nämlich die ganze Zeit dabei gehabt und auf einer Sackkarre vor sich hergeschoben. Das gute Stück, das übrigens Mikaela heißt, sollte eigentlich verschrottet werden, doch dann ließ sich Bücker von einem Mann inspirieren, der mit einem Kühlschrank durch Irland gelaufen war.

Irgendwo mitfahren? Kommt nicht infrage!

Während des wochenlangen Fußwegs hätten so gut wie alle, die ihn auf seiner Reise beobachtet hätten, positiv auf die Aktion reagiert, oftmals sogar eine Mitfahrt angeboten, berichtet Bücker. Die habe er immer dankend abgelehnt, sei aber mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen. Und für die Vorpommern hat er ein dickes Kompliment parat: Die nettesten Leute auf der gesamten Tour, habe er nämlich hier gefunden: Zwischen Greifswald, Wolgast und der Insel Usedom seien die Leute einfach am freundlichsten, sagt er schmunzelnd.

Im Hauptberuf ist er Krankenpfleger in Herzfeld im Lippetal (Nordrhein-Westfalen). Nach seiner fünfwöchigen Tour macht Bücker nun noch eine Woche Urlaub in Ückeritz, anschließend geht es mit dem Auto zurück nach Herzfeld, wo Bücker anschließend wieder wie gewohnt zur Arbeit geht. Die Waschmaschine, die er ursprünglich verschrotten wollte, nimmt er jetzt doch wieder mit nach Hause, im Kofferraum.

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