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Musikmeile kommt altem Gemäuer zu Gute

Das gab es schon lange nicht mehr in Anklam: Eine Musiknacht mit Konzerten an mehreren Standorten. Dass sich Fans von so genannten Musik- oder Kneipenmeilen ...

Da geht es ab: In der Anklamer Nikolaikirche wird bei der historischen Musiknacht auch die Band GST aus Greifswald zu erleben sein. [KT_CREDIT] FOTO: veranstalter

Das gab es schon lange nicht mehr in Anklam: Eine Musiknacht mit Konzerten an mehreren Standorten. Dass sich Fans von so genannten Musik- oder Kneipenmeilen nun auf den 1. Juni freuen können, dafür hat Birk Ladwig gesorgt.
Der 43-jährige Anklamer, der als Eventveranstalter selbstständig ist und zudem das Wintergetränk „Schwedenpunsch“ vertreibt, hat ein sommerliches Programm für drinnen und draußen auf die Beine gestellt. Unser Redaktionsmitglied Claudia Müller fragte ihn, was die Besucher erwartet.

Was ist an der 1. Historischen Nacht in Anklam
historisch? Gibt es nur mittelalterliche Musik oder treten alle in Kostümen auf?
Nein, der Titel bezieht sich auf die Orte, wo die Konzerte der Musiknacht stattfinden. Das sind historische Gebäude wie die Schwedenmühle, das Steintor-Museum und die Nikolaikirche. Diese Baudenkmäler liegen mir am Herzen. Ich bin Mitglied in den Fördervereinen für die Schwedenmühle und die Nikolaikirche sowie in der Initiative „Bitte lächeln altes Haus“, die sich für den Erhalt der historischen Gebäude in Anklam einsetzt.
Außerdem organisiere ich unter anderem in Berlin-Pankow, in Spandau und in Altentreptow Live-Konzerte nach dem Konzept der Musikmeilen – das gab es vor einigen Jahren ja auch mal in Anklam. Besucher können dabei an einem Abend mehrere Bands und Musiker erleben, indem sie von Kneipe zu Kneipe oder von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort ziehen. Und so hatte ich die Idee, beides zu verbinden und für Anklam eine Musikmeile in historischen Gemäuern auf die Beine zu stellen. Veranstalter sind aber die beiden Fördervereine und die Initiative.

„Außer Konkurrenz“ macht auch die evangelische Kirchengemeinde mit der Marienkirche am 1. Juni mit.
Als offizieller Teil des Programms hat es dieses Mal nicht geklappt, aber die Marienkirche soll am Veranstaltungsabend geöffnet sein. Und voraussichtlich wird dort ein Cellist Musik machen, hat uns die Kirchengemeinde angekündigt. Wenn es im nächsten Jahr wieder eine Musiknacht gibt, möchten wir die Konzertorte gern um die Marienkirche erweitern.

Der Untertitel der Musiknacht lautet „für
einen guten Zweck“.
Was heißt das?
Die Eintrittskarte für die Konzerte in den historischen Gebäuden kostet insgesamt 10 Euro. Da wir viele einheimische Sponsoren haben, können wir diese Einnahmen als Spenden für den Erhalt der Schwedenmühle, für die Nikolaikirche und für den Schulförderverein des Gymnasiums weitergeben. Der Schulförderverein sammelt ja Geld für die Sanierung der Malereien an der Aula-Decke.
Es soll bei der Anklamer Musiknacht auch auf der Straße viel los sein...
Ja, Ziel ist es, die Stadt mit Leben und Musik zu füllen. Abgesehen von den Künstlern, die drinnen auftreten, soll es an verschiedenen Orten in der Innenstadt Straßenmusik geben, so dass die Besucher auch auf dem Weg von Konzertort zu Konzertort musikalisch begleitet werden. Neben gestandenen Musikern werden auch Kinder und Jugendliche der Musikschule und Freunde von mir bei den Open-Air-Auftritten dabei sein. Die Dauer der Konzerte in den Gebäuden haben wir jeweils auf dreimal eine halbe Stunde begrenzt, damit die Besucher zwischendurch auch die Straßenmusik genießen können.

Auf welche Bands können sich die Anklamer und ihre Gäste am 1. Juni freuen?
Los geht es um 16 Uhr mit einem Kinderprogramm mit dem Musikclown Jopi am Pavillon im Stadtpark und mit einem Kammerkonzert des Anklamer Knabenchors in der Aula des Lilienthal-Gymnasiums um 17 Uhr. Ab 18 Uhr spielt dann in der Schwedenmühle Rudi Feuerbach, der ehemalige Gitarrist der Gruppe Keimzeit. Im Steintor-Museum kann man den Saxophonisten Robert Fränzel erleben – früher ebenfalls bei Keimzeit und Ute Freudenberg. Und in der Nikolaikirche treten die Band Schattenspiel aus Anklam sowie die Gruppen GTS und Artur & Band aus Greifswald auf. Zum Abschluss gibt es dann ab 22 Uhr in der Nikolaikirche ein Konzert mit „Seeside“. Die Band, in der Behinderte von der Greifswalder Diakonie spielen, macht ganz tolle Musik und hat vor zwei Jahren den größten integrativen Musikwettbewerb in Deutschland gewonnen.