Noch viele Fragen offen :

Nach Horror-Unfall steht Groß Kiesow unter Schock

Nach dem schweren Unfall mit vier Toten und zwei Schwerverletzten sind noch viele Fragen offen. Seelsorger kümmern sich um Angehörige und Freunde, aber auch um die Rettungskräfte, die Schreckliches erlebt haben. Am Montagabend fand eine Gedenkfeier für die Unfallopfer statt. Die Staatsanwaltschaft hat weitere Ermittlungen angeordnet.

Am Montagabend kamen über 300 Menschen in die Kirche von Groß Kiesow. Sie gedachten der Opfer des schweren Unfalls am Sonnabend. Bei dem Unfall starben vier Menschen, zwei schweben weiterhin in Lebensgefahr.
Tilo Wallrodt Am Montagabend kamen über 300 Menschen in die Kirche von Groß Kiesow. Sie gedachten der Opfer des schweren Unfalls am Sonnabend. Bei dem Unfall starben vier Menschen, zwei schweben weiterhin in Lebensgefahr.

Wer derzeit durch Groß Kiesow kommt, kann nicht übersehen, was da geschehen ist. Der tragische Unfall, bei dem vier Menschen ihr Leben verloren, er bestimmt das Bild des Ortes auch zu Beginn der Woche. Noch mehr Blumen, Kerzen, Figuren, die da an der alten Weide stehen. Direkt am Ortsausgang in Richtung Bundesstraße war der Skoda von der Straße abgekommen und gegen den Baum geprallt. Wie es dazu kam, dazu werden nun umfangreiche Ermittlungen eingeleitet.

Nach erstem Zögern der Ermittler sollen nun doch Gutachter der DEKRA hinzugezogen werden, um den Hergang möglichst genau zu rekonstruieren. Die Experten sollen die Spuren am Unfallort, aber auch das Fahrzeug untersuchen. Bislang geht man von überhöhter Geschwindigkeit als Ursache des Unglücks aus.

Ein Indiz, aber kein hinreichender Beweis

Die Tachonadel war bei 140 Stundenkilometern stehen geblieben, der Wagen fuhr in der Ortschaft in Richtung Bundesstraße. Der Stand des Tachometers sei ein Indiz, aber kein hinreichender Beweis für die tatsächliche Geschwindigkeit des Wagens, hieß es von der Polizei. Untersucht wird nun auch, ob die bei dem Unfall getötete Fahrerin unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand. Ob eventuell ein weiteres Fahrzeug an dem Unglück beteiligt war, kann bislang auch noch nicht komplett ausgeschlossen werden.

Überlebende im künstlichen Koma

Nach bisherigen Erkenntnissen waren die sechs Insassen des Wagens von einer Feier gekommen, die kaum 500 Meter weiter im Ort stattfand. Der Pkw war lediglich für fünf Personen zugelassen. Die zwei Überlebenden ringen indessen weiter um ihr Leben. Ihr Zustand sei weiterhin kritisch, hieß es am Montag. Beide seien inzwischen in ein künstliches Koma versetzt worden.

Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hanshagen seien die ersten Rettungskräfte am Unfallort gewesen. Für Polizei und Feuerwehr seien am Wochenende bereits Angebote für eine seelsorgerische Nachsorge angelaufen. Am späten Montagabend fand in der örtlichen Kirche eine Trauerfeier statt, die Angehörige und Freunde gemeinsam mit der Kirchengemeinde organisiert hatten. Man wollte versuchen, das einzufangen, was das Dorf derzeit bewege. Die Einwohner seien immer noch geschockt, so Pfarrer Andreas Schorlemmer.

Trotzdem: Auch am Montag rasten schon wieder Autos an der gut sichtbaren Trauerstelle vorbei. Schneller, als im Ort erlaubt.

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