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Neuer Kapitän steuert das Hotel-Flaggschiff

VonDietmar PühlerWenn das Fahrwasser ruhiger wird, kann man es wagen, den Kapitän auszutauschen: Das Steigenberger-Hotel in Heringsdorf hat jetzt einen ...

Rolf Haug, Kai Gehrmann und Ilgo Hagen Höhn (v.l.) beim Handshake nach der Wachablösung auf der Brücke des Heringsdorfer Steigenberger Grandhotel & Spa. [KT_BU][KT_CREDIT] FOTO: dietmar pühler

VonDietmar Pühler

Wenn das Fahrwasser ruhiger wird, kann man es wagen, den Kapitän auszutauschen: Das Steigenberger-Hotel in Heringsdorf hat jetzt einen neuen Chef. Der kommt genau wie sein Vorgänger aus südlichen Gefilden.

heringsdorf.Jetzt ist der Wachwechsel auf der Brücke des Steigenberger Hotel vollzogen: Ilgo Hagen Höhn übergab die Führung an Rolf Haug. Der Schwabe Höhn ist künftig General Manager im Steigenberger Hotel Bad Homburg, der andere Schwabe Haug hat im Heringsdorfer Hotel-Flaggschiff das Ruder übernommen.
Was wiederum den gemeinsamen Chef der beiden, Steigenbergers Deutschland-Chef Kai Gehrmann zu einen Ortsbesuch auf der Insel bewog: Bei der Amtsübergabe hob er die Verdienste von Höhn hervor, der nach dem Steigenberger in Zingst mit dem Usedomer Haus schon die zweite Neueröffnung für den Konzern umsetzte. Dass gerade in Heringsdorf bis zur Eröffnung im Mai 2011 schwierige Klippen zu umschiffen waren, daraus machte Höhn kein Hehl.
„Das Pre-Opening war eine ganz besondere Zeit. Wir haben viele Besonderheiten gemeistert“, so Höhn. Er dankte seiner Mannschaft, insbesondere jener der ersten Stunde. „Gemeinsam durften wir vieles lernen, auch einiges, was wir nicht wollten“, sagte er wohl auch im Rückblick auf den Imageschaden, den der Investor und Projektentwickler des Hotels, die CMI Chamartin Immobilien AG, seinerzeit verursacht hatte.
Viele der 150 am Bau beteiligten Firmen hatten selbst im Dezember 2012 noch offene Forderungen an CMI. Diese sollten, so CMI-Geschäftsführer Ralph Küchenthal damals, nach Beseitigung der Mängel beglichen werden. Ob es dazu kam, ist fraglich, denn die Firma hat im März 2012 Insolvenz angemeldet.
Mittlerweile ist das Fahrwasser ruhiger. Wesentlich trug dazu Hotelchef Ilgo Hagen Höhn bei. Er nannte es einen Meilenstein, dass das Haus schon kurz nach der Eröffnung 2011 „eine herausragende Belegung von 80 Prozent“ verzeichnen konnte.
Sein Nachfolger Rolf Haug freut sich, „dass ich das Steuer übernehmen darf“. Der erfahrene Hotelchef schätzt sein neues Umfeld, („tolle Insel!“) kennt aber auch die Herausforderungen: „Die hat mir Herr Höhn schon verraten“, sagt er mit der typischen Diskretion des Hoteliers. Er will auf jeden Fall schnell Fahrt aufnehmen: „Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft mitzieht. Ich nehme das Ruder an und das Steuer mit.“
Wenn ein Schwabe Usedom verlässt und dafür ein Schwabe kommt, darf zur Feier des Tages die traditionell-schwäbische Küche nicht fehlen. Küchenchef Mario Mantovani verband sie mit heimischen Produkten und servierte den geladenen Gästen Käsespätzle mit Usedomer Käse und süße Sanddorn-Maultaschen.