Hotline für Wolgast und Usedom:

Notversorgung für Kinder: Land schläft, Kreis hilft

Die Notversorgung von kranken Kindern auf und um Usedom liegt seit Monaten brach. Ab Oktober soll alles wieder im Lot sein. Das hatte die Landesregierung zugesagt. Doch bisher ist keine Lösung in Sicht. Der Kreis ergreift jetzt eigene Maßnahmen.

Auch nach der Wahl noch aktuell: Gegner der Klinik-Schließung setzten vergangene Woche in Schwerin wieder ein Zeichen.
Kai Ottenbreit Auch nach der Wahl noch aktuell: Gegner der Klinik-Schließung setzten vergangene Woche in Schwerin wieder ein Zeichen.

Mit dem Aus der Wolgaster Kinderklinik zum Jahresanfang sollte die Versorgung kranker Kinder im Landkreis neu organisiert werden. Doch eine konkrete Lösung für Notfälle auf Usedom und in Wolgast gibt es immer noch nicht. Wenn die Kinderarzt-Praxen geschlossen sind, bleibt den Eltern nur der Weg nach Anklam oder Greifswald.

Jetzt will der Landkreis zumindest ein Zeichen setzen und hat ein neues Beratungstelefon eingerichtet (siehe Infokasten unten). "In Notfällen wird natürlich ein Rettungswagen geschickt. Aber in vielen Fällen geht es ja erst mal um besorgte Eltern, die abends oder am Wochenende kein kindermedizinisches Angebot in ihrer Nähe haben", erläutert Sozialdezernent Dirk Scheer.

Versorgungslücke schließen

Der Kreis springe mit dem Projekt nun in die Bresche, weil bisher offen sei, wie das Land die Versorgungslücke schließen wolle. Das zuständige Ministerium um Birgit Hesse (SPD) hatte der Schließung der Wolgaster Kinderklinik zugestimmt, ohne dass geklärt war, wie die Notfallversorgung künftig gesichert wird.

Für viele Beteiligte wenig überraschend ist die Auslastung der Rettungsdienste seit der Schließung weiter angestiegen. "Ich will mich da allerdings zu den Gründen nicht definitiv festlegen. Die Auswertung der Einsatzzahlen läuft noch", betonte der medizinische Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis, Dr. Lutz Fischer. Allerdings sei schon klar, dass man auf der Insel künftig zusätzliche Rettungswagen benötige.

Zusätzliche Krankentransporte oder nicht?

Dass die Schließung von Kinder-, Frauen- und Geburtenklinik in Wolgast zu zusätzlichen Krankentransporten führen würde, hatte das Ministerium vergangenes Jahr noch ausgeschlossen. Wie man zu der Annahme kam, ließ Pressesprecher Christian Moeller damals offen.

Die Kinderarzt-Hotline hat die Nummer 03834 /  777 879.
Sie ist von Montag bis Freitag zwischen 18 und 23 Uhr geschaltet,
am Wochenende zwischen 11 und 23 Uhr.

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