Landtagswahl-Frist abgelaufen:

NPD stellt wohl in ganz MV keine Direktkandidaten

Bei der Landtagswahl im September tritt die NPD offenbar landesweit ohne Direktkandidaten an. Die Frist, um entsprechende Unterlagen einzureichen, endete am Dienstag um 16 Uhr. Ließ die NPD die Frist absichtlich verstreichen?

Die rechtsextreme NPD wird bei den Landtagswahlen im September nur um Zweitstimmen der Wähler buhlen.
Jens Büttner / Archiv Die rechtsextreme NPD wird bei den Landtagswahlen im September nur um Zweitstimmen der Wähler buhlen.

Die NPD wird offenbar in ganz Mecklenburg-Vorpommern ohne Direktkandidaten zur Landtagswahl antreten. Wähler können der rechtsextremen Partei dann nur eine Zweit-, aber keine Erststimme geben. Die Kreiswahlleiter nahezu aller Kreise im Land bestätigten am Mittwoch auf Nordkurier-Anfrage, dass die NPD keine Kandidatenlisten für die Direktwahl eingereicht habe.

In den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen, Ludwigslust-Parchim, Rostock und der Stadt Schwerin liegen nach Auskunft der jeweiligen Wahlleiter keine Direktvorschläge der Partei vor. Die Wahlleiter des Kreises Nordwestmecklenburg und der Stadt Rostock weigerten sich mit Verweis auf das laufende Verfahren, eine Anfrage des Nordkurier zu beantworten.

Ob die NPD vergessen hat, die Vorschlagslisten einzureichen oder aus taktischen Gründen auf eine Aufstellung von Direktkandidaten verzichtet hat, ließ sich bislang noch nicht klären. Eine entsprechende Anfrage unserer Redaktion wollte die Partei am Mittwoch nicht beantworten.

Landtagswahlen 2011

Bei den Landtagswahlen im September 2011 hatte die NPD in allen Wahlkreisen Mecklenburg-Vorpommerns Direktkandidaten aufgestellt. Sie hatten Ergebnisse zwischen 2,7 Prozent (im Wahlkreis Rostock III) und 14,7 Prozent (im Wahlkreis Uecker-Randow I) erzielt. Damit war keiner der insgesamt fünf NPD-Abgeordneten direkt in den Landtag eingezogen. Landesweit hatten die NPD-Kandidaten 5,8 Prozent der Erst- und 6,0 Prozent der Zweitstimmen erhalten.

Für die Zweitstimmen hat die Partei hingegen eine Vorschlagsliste eingereicht, wie Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes am Mittwochmorgen mitteilte. Ob die Wahlvorschläge der NPD wie auch der übrigen Parteien für die Wahl zugelassen werden, entscheiden die Wahlausschüsse auf Kreis- und Landesebene in den kommenden Tagen.

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