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Petry-Auftritt zwischen Jubel und Mahnwache

200 Zuhörer im Saal, mehr als 50 Gegendemonstranten draußen, dazwischen Fernsehteams und Journalisten aus ganz Deutschland, Schweden, der Schweiz und sogar Japan. AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry war am Freitag in Anklam.

Frauke Petry trat gegen 20 Uhr in Anklam ans Mikrofon.
Anne-Marie Maass Frauke Petry trat gegen 20 Uhr in Anklam ans Mikrofon.

Es war kurz vor 19 Uhr, als sie die Halle betrat. Frauke Petry, angekommen im Anklamer Volkshaus. Die AfD-Wahlkampfveranstaltung mit der Bundesparteivorsitzenden zog rund 200 Zuhörer in den Saal, füllte somit ein Drittel der Mehrzweckhalle - die größte und umstrittenste Veranstaltung dieser Art in Anklam im Landtagswahlkampf 2016.

Gleich fünf Fernsehteams und überregionale Medien waren an die Peene gekommen, darunter auch Journalisten aus Japan, Schweden und der Schweiz. 50 Polizisten aus der Anklamer Inspektion und von der Bereitschaftspolizei sicherten die Parteiveranstaltung und die Gegenveranstaltung ab.

Professor schlägt völkischen Ton an

Das Bündnis "Anklam für alle" hatte zunächst zur Mahnwache vor dem Volkshaus und anschließend zu einem Diskussionsabend ins Anklamer Rathaus II eingeladen. Über 50 Menschen stellten sich der AfD entgegen. Unter den Gegendemonstranten fanden sich auch die Linke-Kreistagsfraktionschefin Marlies Peger und die SPD-Landtagsabgeordnete Katharina Feike.

Zwischen AfD-Zuhörern und Gegendemonstranten blieb es entgegen vorheriger Befürchtungen  friedlich. Im Saal boten die AfD-Direktkandidaten der Region unterschiedlich starken politischen Zündstoff. So sprach Rechtsprofessor Ralf Weber aus Kemnitz gleich in der Vorstellungsrunde von "Umvolkung" und betitelte die Schweriner Landesregierung als "Einheitspartei" voller "Konsens-Ideologen".

Keine Überraschungen bei Petrys Rede

Auch Anklams Bürgermeister Michael Galander bekam von Sandro Hersel, AfD-Landtagskandidat im Bereich Demmin, sein Fett weg. Er bezeichnete ihn schlichtweg als "Demokratieproblem". Anklams Direktkandidat Matthias Manthei blieb dagegen auffällig sachlich. Er besann sich als Richter eher darauf, trotz seiner Vorredner die AfD als Familienpartei darzustellen.

Gegen 20 Uhr trat dann Frauke Petry ans Mikrofon. Anklam kenne sie noch aus Kindheitstagen von der Urlaubsanreise nach Usedom, so der Einstieg. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern spielte anschließend nur am Rande eine Rolle. Dennoch gab es durchgehend viel Applaus für die Redebeiträge, die sich hauptsächlich gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel richteten.

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