Prozess um Butzow-Mord:

Plötzlich keine Erinnerung mehr?

Max L. hat im Prozess den Messer-Mord von Butzow nicht gestanden. Er sei betrunken gewesen und könne sich an nichts erinnern, erzählte er den verblüfften Richtern und Zuschauern.

In Begleitung seines Anwalts verfolgt Max L. den ersten Prozesstag.
Stefan Sauer In Begleitung seines Anwalts verfolgt Max L. den ersten Prozesstag. Ihm wird vorgeworfen, im September 2012 den 60-jährigen Karl-Heinz L. ermordet zu haben.

Der mutmaßliche Mörder von Karl-Heinz L. hat die ihm vorgeworfene Tat zu Prozessbeginn nicht gestanden. Wie der Angeklagte Max L. der Vorsitzenden Richterin vor dem Stralsunder Landgericht am ersten Prozesstag erklärte, könne er sich an die Tatnacht nicht erinnern. Der Grund: Max L. will auf der Zugfahrt von Berlin nach Züssow, die seiner angeblichen Tat vorausging, zehn bis elf Flaschen Bier getrunken haben. Anschließend sei er wohl kaum noch in der Lage gewesen, die Tat auszuführen, vermutet er selbst.

Max L. hatte nach seiner Festnahme Ende Februar ein Geständnis abgelegt. Während der fünf Monate in Untersuchungs-Haft habe er aber reichlich Zeit gehabt, die Angelegenheit noch einmal zu durchdenken, sagte er nun - und präsentierte die neue Version.

Die Mitangeklagte, eine Freundin des mutmaßlichen Täters, hat indessen eingeräumt, sie habe Max L. am Tatabend zum Haus ihres Vaters gefahren. Er habe von einem "einmaligen Angebot" geredet, die Sache mit ihrem Vater zu klären, sagte sie vor Gericht. Sie hatte Max L. erzählt, wie sehr sie ihren Vater hasst. Auch von sexuellem Missbrauch war zeitweilig die Rede - darüber wollte sie vor Gericht allerdings nicht sprechen. Sie selbst will während der Tat einige hundert Meter entfernt gewartet haben.

Licht brachte der Prozess auch in die Beziehung zwischen Max L. und der Mitangeklagten: Die beiden seien kein Paar, betonten sie übereinstimmend. Vielmehr hat sich Max L. während der 146 Tage, die zwischen der Tat und seiner Festnahme liegen, anderweitig verlobt. Die nächsten Verhandlungstage sind Donnerstag und Freitag dieser Woche. Als nächstes sollen nun Sachverständige und Zeugen gehört werden - denn nun muss das Gericht klären, ob die schweren Vorwürfe gegen Max L. auch ohne sein Geständnis aufrecht erhalten werden können. Für den Angeklagten ist das von einiger Bedeutung: Bei einer Veurteilung wegen Mordes droht Max L. eine lebenslange Haftstrafe.

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