Radwege:

Politik kümmert sich nicht

Radwege in der Region um Anklam sind ein heikles Thema: Immer wieder wird den Betroffenen versprochen, dass was passiert. Aber bisher Fehlanzeige. Der Stolper Bürgermeister ist verärgert und enttäuscht. Doch er kämpft weiter.

Über 500 Teilnehmer waren im Juni dabei, als es um sichere Radwege entlang des Peenetals ging. Dabei wurden viele Versprechungen gemacht, Hilfe zugesagt, doch bisher ist nichts passiert.  Das ärgert den Stolper Bürgermeister Marcel Falk (vorn/blaues Trikot) und viele andere.
Gabriel Kords/Archiv Über 500 Teilnehmer waren im Juni dabei, als es um sichere Radwege entlang des Peenetals ging. Dabei wurden viele Versprechungen gemacht, Hilfe zugesagt, doch bisher ist nichts passiert.  Das ärgert den Stolper Bürgermeister Marcel Falk (vorn/blaues Trikot) und viele andere.

„Ich bin bedient!“ – Marcel Falk ist ein Freund klarer Worte. Versprechen nimmt der Stolper Bürgermeister ernst. Das erwartet er allerdings auch von anderen, Politikern zum Beispiel. „Bei unserer Raddemo im Juni waren nicht nur über 500 Bürger der Region auf ihren Rädern für mehr Sicherheit im Straßenverkehr unterwegs. Nein, auch Politiker wie die Bundestagskandidaten Matthias  Lietz (CDU), Torsten Koplin (Die Linke) und Ralf-Peter Hässelbarth (Bündnis 90/Grünen) waren dabei und haben mit allerlei Vorschlägen geglänzt“, schimpft Falk. „Leider ist aus diesen Wortphrasen nichts geworden. Gar nichts hat sich bisher gerührt. Das finde ich nicht gut.“ Trotz großer Ankündigungen habe sich niemand dieser Herren bei ihm oder beim Verein Vorpommersche Dorfstraße gemeldet. „Was soll man von solchen Versprechen halten? Ist das Hinterland nur wichtig, wenn es um Stimmenfang für die Wahl geht?“ Falk schüttelt den Kopf.

Aber ihn plagen noch andere Befürchtungen. Wird es die avisierte Förderung vom Bund für den Peenetal-Radrundweg geben? „Hoffentlich. Es gibt wirklich viele, die sich sehr leidenschaftlich dafür einsetzen und das sollte doch belohnt werden. Ein Handicap gibt es dabei: die Bundesstraße 110. Sie ist eben kein klassischer Wanderweg. „Leider. Doch wir brauchen diese Anbindung, soll der Rundweg wirklich funktionieren.“

Jahrelanges Engagement

Seit Jahren engagieren sich Falk und seine Mitstreiter von der Vorpommerschen Dorfstraße für die Region um die Peene. Haben immer neue Ideen, um Touristen anzulocken. Wasserwanderrastplätze werden installiert, Kanutouren organisiert, Führungen auf der Peene und durch das Ufergelände. Auch Radtouren gehören dazu. Aber aufgrund der geografischen Gegebenheiten im Uferbereich der Peene ist es einfach nicht möglich, einen geschlossenen Radweg links und rechts des Flusses einzurichten. Es gibt Lücken, die nur durch das Ausweichen auf die Bundesstraßen geschlossen werden können. „Dabei könnten gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Erstens bekommen wir mit einem Radweg mehr Sicherheit für die Einwohner der Ortschaften an der B 110, die teilweise beim Radeln von Haus zu Haus auf der Straße unterwegs sind. Zweitens fühlen sich die Touristen nicht gerade eingeladen, wenn sie zwischen Lkw, Traktoren und Pkw sich durch die Landschaft kämpfen müssen.“

Wie auch immer – Falk wird nicht locker lassen und weiter für den Peenetal-Radrundweg kämpfen. „Natürlich mit der B 110!“

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