Missbrauch von Schülerin:

Polizei rückt zu Großeinsatz an

Wie dicht ist die Polizei dem Sexualstraftäter von Jarmen auf den Fersen? Am Wochenende rückte sie mit einem Großaufgebot in einem Einkaufszentrum der Peenestadt an. Und nahm einen jungen Mann von dort mit.

Polizeiwagen rückten an, weil hier jener Mann vermutet wurde, der gut eine Woche zuvor ganz in der Nähe ein zwöl
Stefan Hoeft Plötzlich war es aus mit der Beschaulichkeit am Jarmener Netto-Markt: Polizeiwagen rückten an, weil hier jener Mann vermutet wurde, der gut eine Woche zuvor ganz in der Nähe ein zwölfjähriges Mädchen missbraucht haben soll.

Helle Aufregung am Sonnabend gegen 16.45 Uhr am neuen Einkaufszentrum von Jarmen. Fast gleichzeitig preschen aus mehreren Richtungen drei Streifenwagen in die Peenestadt, rollen auf den großen Parkplatz gegenüber vom Busbahnhof und beziehen Stellung unmittelbar an der dortigen Netto-Filiale. Polizeibeamte durchforsten den Laden und nehmen die Leute davor unter die Lupe, vor Augen das Bild eines mutmaßlichen Sexualverbrechers. Denn es soll dort ein Mann beobachtet worden sein, der jener Beschreibung ähnelt, die ein zwölfjähriges Opfer genau eine Woche zuvor abgegeben hat.

Die Schülerin war am 16. August gegen 18.30 Uhr auf dem Nachhauseweg vom Baden am nahen Zarrenthiner Kiessee unter Gewaltandrohung in die Jarmener Anlagen gezwungen und dort missbraucht worden, einem kleinen Waldstück im Westen des Ortes (Nordkurier berichtete). Von einem 30 bis 40 Jahre alten Täter ist die Rede, 1,70 bis 1,80 Meter groß und mit kurzen, rotblonden Haaren.  Offensichtlich stoßen die Beamten tatsächlich auf einen Verdächtigen, unter den Augen immer zahlreich werdender Einkäufer und Schaulustiger verfrachten sie den jungen Mann schließlich in einen ihrer drei Kleinbusse.

Allerdings, so stellt sich später heraus, ist ihnen hier doch nicht der Richtige ins Netz gegangen. Das erklärt noch am Wochenende Jürgen Kolletzki, Polizeiführer vom Dienst beim Polizeipräsidium Neubrandenburg, auf Anfrage des Nordkuriers. Es habe entsprechende Hinweise von Zeugen und deshalb den beschriebenen Polizeieinsatz seiner Kollegen gegeben, bestätigt er. "Aber, das kann ich definitiv sagen, wir haben noch keinen Täter."

Letztlich wäre es auch recht unverfroren von ihm, gerade im Jarmener Netto-Markt einkaufen zu gehen. Also ausgerechnet jenem Laden, der sich nur rund hundert Meter von den besagten Grünanlagen befindet. Fakt ist jedenfalls, dass die Leute in Jarmen derzeit aufmerksamer als sonst andere betrachten und weit mehr Kinder von Angehörigen von der Schule abgeholt werden als sonst.