Tierplage:

Priemen wird von Wildschweinen überrannt

Nachts ziehen sie durchs Dorf und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung. Wegen der vielen Wildschweine haben manche Bewohner von Priemen sogar Angst, vor die Tür zu gehen.

Sieht fast aus wie frisch gepflügt, ist aber das Werk von Wildschweinen.
L.Reuter Sieht fast aus wie frisch gepflügt, ist aber das Werk von Wildschweinen.

Wenn es dunkel wird, trauen sich manche Einwohner von Priemen nicht mehr vor die Tür. Denn dort treiben Wildschweine ihr Unwesen. Die Zustände sind so schlimm, dass einige Priemener nun Elektrozäune um ihre Grundstücke aufstellen und Einfahrten mit provisorischen Toren zusperren. Auf der Suche nach Nahrung kommen die Tiere ins Dorf und wühlen sich durch die Grünflächen. „Priemen wird von Wildschweinen überrannt“, beschreibt es Jürgen May. Der 62-Jährige schätzt, dass es sich um mindestens 20 Tiere handelt.

Die Schweine kommen mittlerweile auf die Grundstücke. Erst am Wochenende hätten sie den Rasen eines Nachbarn umgegraben. Das Gleiche passierte bei Jürgen May bereits im Jahr zuvor. „Die Schäden immer wieder zu beseitigen, verursacht viel Arbeit und Kosten.“ Durch das Verwenden eines übel riechenden Mittels versuchte er, die Schweine fernzuhalten. Erfolglos.

Die Furcht vor Zerstörung auf dem eigenen Hof ist allerdings nicht die einzige Sorge der Priemener. Schlimmer als die Schneise der Verwüstung, die die Schweine durch das Dorf ziehen, sei die Gefahr für den Menschen, sagt Jürgen May. „Mit einer 100 Kilogramm schweren Bache, die den Schutz ihrer Jungen etwas zu ernst nimmt, treibt man besser keine Späße.“

„Aus meiner Sicht hat die Population aufgrund der milden Winter und des zunehmenden Naturschutzes sehr zugenommen“, sagt Martin Marsch. Sein Vater hat ein Jagdgebiet in Priemen. Deshalb weiß er, dass in diesem Jahr dort bereits 17 Schweine geschossen wurden. In den Naturschutzgebieten gäbe es kaum natürliche Feinde für die Tiere. Besonders der Polder Priemen müsste nach Meinung von Martin Marsch bejagt werden. Doch um Wildschweine schießen zu können, müssten Schneisen geschlagen und Hochsitze aufgestellt werden. Das ist im Naturschutzgebiet jedoch nicht erlaubt.

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