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Rechtsradikale Plakate in Heringsdorf entdeckt

Am Montagmorgen sind neun große Plakate mit Bezug auf den Nationalsozialisten Rudolf Heß entdeckt worden. Bei den Plakatierern handelt es sich wahrscheinlich um keine Unbekannten.

Die Plakate waren am Morgen des 17. August, dem Geburtstag von Rudolf Heß, entdeckt worden.
Patrick Pleul Die Plakate waren am Morgen des 17. August, dem Geburtstag von Rudolf Heß, entdeckt worden.

Neun Plakate mit rechtsradikalem Inhalt sind am Montagmorgen an einer Bushaltestelle in Heringsdorf auf der Insel Usedom entdeckt worden. Auf ihnen war unter anderem "Rudolf Hess - im Alter von 93 Jahren in Berlin ermordet" und "Trotz § 130 - Mord bleibt Mord" zu lesen.

Rudolf Heß war ein ranghoher Nationalsozialist, der in den Nürnberger Prozessen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde und sich 1987 im Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau das Leben nahm. Am Montag war sein Geburtstag. Paragraph 130 ist der Volksverhetzungsparagraph aus dem Strafgesetzbuch.

Strafrechtliche Verfolgung wohl nicht möglich

Zu den Plakaten bekannt hat sich die rechtsradikale Internetplattform "Freies Pommern", für die sich der ehemalige Lassaner NPD-Stadtvertreter und NPD-Kreistagsabgeordnete Christian Hilse verantwortlich zeigt. Hilse ist außerdem verantwortlicher Redakteur des rechten Meinungsblattes "Der Lassaner Bote".

Strafrechtlich verfolgt wird das Aufhängen der Plakate wohl nicht, vermutet Polizeihauptkommissarin Carolin Radloff von der Pressestelle des Polizeipräsidiums in Neubrandenburg. "Die Handlung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, unerlaubtes Plakatieren, aber auf den ersten Blick ist kein weiterer Straftatbestand erfüllt". Zunächst sei die Entfernung der Plakate angeordnet worden, eine weitere Untersuchung des Falles werde geprüft.