Verspätete Reparatur:

Rohrbruch lässt Wasser in Anklam über Tage sprudeln

Fast 72 Stunden brauchte es, um einen Rohrbruch in Anklam wieder zu flicken. Die Anwohner wunderte das gehörig, das zuständige Unternehmen hat jedoch eine simple Erklärung.

So nass war’s am Hamburger Ring in Anklam das ganze Wochenende über.
Thomas Röhl So nass war’s am Hamburger Ring in Anklam das ganze Wochenende über.

Große Aufregung im Hamburger Ring der Anklamer Südstadt. Am Freitagnachmittag bemerkten Passanten die Wasserlache auf der Straße. Das Wasser sprudelte aus den unterirdischen Leitungen. Doch die Meldung, erst bei der Polizei und dann beim zuständigen Unternehmen, brachte zunächst keine Besserung. Der Versorger kam, sah, prüfte und verschwand wieder. Das Wochenende über gluckste und floss es munter weiter.

Am Sonntagnachmittag führte dies zu verwunderten Fragen in den sozialen Netzwerken. Darunter auch manch wütender Kommentar. Vergessen habe man das ausgemachte Leck unter der Straßendecke nicht, betonte man am Montag bei der zuständigen Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GKU).

Abwarten war eine bewusste Entscheidung

Das Abwarten war eine ganz bewusst getroffene Entscheidung. Dass es sich um einen ganz klassischen Wasserrohrbruch handelte, war am Freitag schnell klar. Der hätte jedoch keine größere Gefahr dargestellt, die Menge des austretenden Wassers sei noch überschaubar gewesen. Die umliegenden Wohnhäuser waren weiterhin mit genug Wasser versorgt.

Und genau diesen Zustand wollte die Gesellschaft für kommunale Umweltdienste über das Wochenende nicht riskieren. Laut Auskunft der Gesellschaft hätte das Rohrleitungsnetz für die Reparaturarbeiten in größerem Umkreis verriegelt werden müssen - tausende Menschen hätten kein Wasser gehabt und zwar auf unbestimmte Zeit.

Rohrbruch am Flugplatz

Zudem seien die Mitarbeiter am Wochenende mit einem Rohrbruch am Flugplatz - in der Nähe der Skaterbahn - beschäftigt gewesen. Deutlich heftiger, als das im Hamburger Ring der Fall war. Der Arbeiten dort habe man sich daher zuerst angenommen und der dort sprudelnden Fontäne den Zufluss abgedreht.

Der Montag brachte dann auch Besserung im Hamburger Ring. Zum Wochenbeginn war das Loch im System zügig ausgemacht und durch die Mitarbeiter schnell wieder versiegelt. Die Anwohner mussten nur für kurze Zeit auf das fließende Wasser in ihren Wohnungen verzichten.