Unter Wasser:

Schlammschlacht in Anklamer Kleingärten

Die Kleingartenbesitzer in der Gartenstraße sind empört. Die Gärten stehen unter Wasser und der Weg dorthin ist ein Paradies für Freunde einer gepflegten Schlammschlacht. Durch den Abriss eines Hauses in der Greifswalder Straße droht jetzt weiterer Ärger.

Der Berner Sennenhund Gustav muss den ganzen Tag im Zwinger bleiben, weil der Garten unter Wasser steht.
Carsten Korfmacher Der Berner Sennenhund Gustav muss den ganzen Tag im Zwinger bleiben, weil der Garten unter Wasser steht.

Seit acht Jahren besitzt Anke Holtz einen Kleingarten in der Anklamer Gartenstraße. Es sollte ein Rückzugsort für die Familie werden, mit einem kleinen Hühnerstall, einer Laube zum Übernachten, einer großen Gartenfläche, auf der sich Familienhund Gustav, ein großgewachsener Berner Sennenhund, austoben kann.

Doch vor sechs Jahren begannen die ersten Überschwemmungen. Seitdem stehen jedes Jahr im Winter der Garten und die Laube unter Wasser. Was sie dagegen unternehmen soll, weiß sie nicht. "Ich habe schon so oft mit der Stadt gesprochen", sagt die 47-Jährige. "Doch da passiert einfach nichts."

Nun haben die Gartenbesitzer ein weiteres Problem. In der Greifswalder Straße wird nämlich unmittelbar neben der Schwedenmühle ein Haus abgerissen. Seit Anfang der Woche erledigt ein Bagger die Abrissarbeiten und LKW transportieren den Bauschutt weg. Diese Einsatzfahrzeuge kommen aber nur über die nicht befestigte Gartenstraße an das Haus.

Der Stadt ist das Problem bekannt

Die Gartenstraße, durch Regenwasser und schmelzenden Schnee ohnehin schon aufgeweicht, wird nun endgültig zum Austragungsort für Schlammschlachten: Tiefe Gräben zieren den Weg und die natürlichen Abflussmöglichkeiten des Regenwassers über die anliegenden Grasflächen sind versperrt.

In der Stadt sind die Probleme in der Gartenstraße bekannt. "Das Problem herrscht überall dort, wo der Untergrund moorig ist", erklärt Bodo Krüger, der in der Anklamer Stadtverwaltung für die kommunale Infrastruktur zuständig ist.

Moor taue nur langsam auf. Daher sei der Untergrund noch vereist, auch wenn die Oberfläche schon aufgetaut sei. Daher kann das Wasser aus der aufgetauten Oberfläche nicht durch den vereisten Untergrund abfließen.

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