:

Schlammschlacht statt Badespaß

Badegäste am Pelsiner See sind in diesen Wochen weit und breit nicht zu sehen. Der Grund: Der Wasserspiegel steht so hoch, dass die Liegewiesen nur noch für ein Moorbad taugen. Die Stadtverwaltung macht die Augen zu.

Über 40 Zentimeter soll der Wasserspiegel des Pelsiner Sees nach der Renaturierung des Ablaufs angestiegen sein. Das sieht man in der Anklamer Stadtverwaltung anders.
Lutz Reuter Über 40 Zentimeter soll der Wasserspiegel des Pelsiner Sees nach der Renaturierung des Ablaufs angestiegen sein. Das sieht man in der Anklamer Stadtverwaltung anders.

Drei Jahre nach der Renaturierung des Ablaufgrabens ist der Wasserspiegel des Pelsiner Sees um über 30 Zentimeter angestiegen. Infolgedessen ist der See über sein ursprüngliches Ufer getreten, hat Stege überflutet und die Liegewiesen am Nordufer in Moorkuhlen verwandelt.

Im Juni schlug der Pelsiner Ortsvorsteher Steffen Brasch Alarm. Er befürchtete, dass das einst so beliebte Anklamer Naherholungsgebiet auf lange Zeit seine Fans verlieren würde.

Seit Wochen tut sich nichts

Der zuständige Mitarbeiter im Bauamt, Bodo Krüger, nahm die Angelegenheit offensichtlich nicht auf die leichte Schulter, und nach wenigen Tagen konnte er mit neuen Informationen aufwarten: Der Ablauf sei von Unrat verstopft gewesen. Nach einer Säuberung des Grabens sollte sich nach wenigen Tagen der normale Wasserstand einstellen.

Seither sind über sechs Wochen vergangenen, doch Steffen Brasch wartet immer noch auf die angekündigte Normalisierung. Doch die kommen nicht.

Stattdessen berichten erfahrene Anlieger, die seit Jahrzehnten den Pelsiner See kennen, von signifikanten Veränderungen. „Der See ist um 40 Zentimeter gestiegen“, sagt Hans Albert Pulow.

Merkliche Veränderungen zu früher

Der Anklamer ist fast wöchentlich auf dem See. „Früher gab es eine spürbare Strömung“, sagt er.  Doch nach dem Umbau des Ablaufs sei alles ganz anders. „Das Wasser ist gestiegen, die Stege stehen unter Wasser und die Ufer verschilfen“, so Pulow.

Nur einen lassen die Veränderungen am See kalt: Bodo Krüger vom Bauamt sieht keine Veränderungen. „Herr Brasch soll mal richtig den Pegel ablesen. Für mich ist die ganze Sache jedenfalls beendet.“