Flüchtlinge:

Schleuser auf Usedom gefasst

Keine verschärften Grenzkontrollen in Vorpommern - das hat die Bundespolizei Anfang der Woche klargestellt. Doch im Nachbarland ist man längst in Alarmbereitschaft. Auf Usedom ertappte der polnische Grenzschutz jetzt einen Schleuser auf frischer Tat.

Der polnische Grenzschutz nahm auf Usedom einen Schleuser und mehrere Flüchtlinge aus dem Irak fest.
Jozwiak / polnischer Grenzschutz Der polnische Grenzschutz nahm auf Usedom einen Schleuser und mehrere Flüchtlinge aus dem Irak fest.

Sie hatten das Ziel beinahe erreicht: Die Fähre von Swinemünde nach Schweden. Doch kurz vor dem Fährterminal geriet der Wagen in eine Verkehrskontrolle des polnischen Grenzschutzes. Ein englischer Pkw. Ein Fahrer, fünf Flüchtlinge aus dem Irak. Bei der Durchsuchung des Fahrzeuges fanden die Beamten versteckte Einwanderungsdokumente, sogenannte Aufenthaltsgestattungen, aber nur für Ungarn. Das bestätigte Andrzej Jozwiak, Pressesprecher des polnischen Grenzschutzes in Swinemünde. Jozwiak bestätigte auch, dass in den vergangenen Tagen bei Kontrollen neun weitere Flüchtlinge festgenommen wurden.

Seit vorigem Wochenende werden an den Grenzen Bayerns wieder systematische Kontrollen durchgeführt, um der hohen Zahl an Flüchtlingen Herr zu werden. Doch damit ist auch klar: Wer Hilfe sucht, der sucht auch neue Wege. In Vorpommern sind vorerst allerdings keine schärferen Grenz-Kontrollen vorgesehen, hieß es bereits am Montag von der Bundespolizei.

Die fünf Iraker, die am Montag in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze aufgegriffen wurden, hat der polnische Grenzschutz zunächst in ein Aufnahmezentrum gebracht, von wo aus sie jetzt nach Ungarn zurückgebracht werden sollen. Der Fahrer des Fahrzeuges ist unterdessen wieder auf freiem Fuß. Er zahlte eine Geldstrafe von umgerechnet  1 000 Euro.