Geschmückte Kiefer an der Redoute:

Schluss mit lustig - wer fällte den kleinen Spaßbaum?

Ob mit Badelatschen, Weihnachtskugeln oder Ostereiern – das kleine Bäumchen an der Anklamer Redoute sorgte in diesem Jahr für Erstaunen. Spaßvögel schmückten den Baum immer wieder auf’s Neue. Doch jetzt wurde die Kiefer einfach gefällt. Wer war’s?

Am Ort des Geschehens: Die kleine Kiefer liegt im Straßengraben. Deutlich ist zu erkennen, wie er abgesägt wurde.
Simon Voigt Am Ort des Geschehens: Die kleine Kiefer liegt im Straßengraben. Deutlich ist zu erkennen, wie er abgesägt wurde.

Es hätte ihr erstes Jahr als richtiger Weihnachtsbaum werden können: Gespannt warteten viele Vorpommern darauf, welchen Schmuck die kleine Kiefer an der Anklamer Redoute wohl in der Adventszeit bekommen würde. Gleich mehrere Spaßvögel aus der Region hatten das Bäumchen seit dem Frühjahr diesen Jahres mit den unterschiedlichsten Verzierungen bedacht: ob Weihnachtsbaumkugeln im Frühjahr, bunte Ostereier, neongrüne und pinke Badelatschen in der Urlaubszeit oder als Fan-Baum in Schwarzrotgold: Kaum ein Event ließen die Baumschmücker, die zumeist heimlich agierten, in diesem Jahr aus, um den Autofahrern beim Anblick des Bäumchens eine Freude zu bereiten.

Zuletzt erschreckte sogar eine Gespenstermaske die Autofahrer. War da jemandem die Verkleidungswut zu viel? Aus dem Weihnachtsfest an der Redoute wird nun nichts mehr – der kleine Baum wurde gefällt. Und einen Baumstumpf wird wohl auch der spaßigste Vorpommer nicht dekorieren.

Wer den Baum aus welchem Grund gefällt hat, liegt derweil noch im Dunkeln. Eines versichert aber zumindest Straßenmeister Frank Räsch – das Straßenbauamt Stralsund hat mit der Fällung an der Bundesstraße nichts am Hut. „Wir haben das nicht veranlasst“, sagt er.

Kein Verständnis für Ulknudeln

Doch während manch einer das kleine Bäumchen vielleicht vermisst, freut sich der Straßenmeister eher über den Kahlschlag. Denn er stellt klar: Der Baum war an dieser Stelle ohnehin wild gewachsen. Damit war seine Lebenszeit, aus Sicht des Straßenmeisters begrenzt. Früher oder später wäre er gefällt worden. Denn an dem steilen Hang wäre es mit der Zeit um die Standhaftigkeit des Baumes nicht gut bestellt gewesen. Spätestens, wenn die Kiefer gedroht hätte, auf die Straße zu kippen, hätten also auch die Straßenwärter die Säge gezückt.

Und auch für die Ulknudeln, die das Schmücken des Baumes fast schon zum Wettbewerb machten, hat Räsch wenig Verständnis. Immerhin führe kein Weg zum Bäumchen, ohne die stark befahrene Bundesstraße zu überqueren. So ungefährlich kann das Schmücken des Baumes also nicht gewesen sein, findet der Straßenmeister.

Doch wer hat den Baum denn dann gefällt? Sollte er als Weihnachtsbaum in der guten Stube Einzug halten - immerhin ist die frei stehende Kiefer kerzengerade gewachsen? Den Sprung zum echten Weihnachtsbaum im vorpommerschen Wohnzimmer hat der Baum leider nicht geschafft. Wer auch immer ihn nun abgesägt hat, hat die Kiefer anschließend achtlos im Straßengraben liegen lassen. 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung