Das Verkehrschaos hat bald ein Ende:

So soll die neue Wolgaster Brücke aussehen

Da wollen sie ja wirklich eine gewaltige Menge Beton in den Peenestrom rammen: Die neue Wolgaster Brücke, das Herzstück der geplanten Umgehungsstraße. Die ersten Entwürfe sehen wirklich spektakulär aus.

So soll die neue Brücke einmal den Peenestrom überqueren. Rechts oben im Bild die alte Brücke, über die sich jetzt noch der Verkehr quält.             
DEGES So soll die neue Brücke einmal den Peenestrom überqueren. Rechts oben im Bild die alte Brücke, über die sich jetzt noch der Verkehr quält.  

Es sind die Umweltschützer, die maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung der neuen Brücke haben, die das Herzstück der neuen Wolgaster Ortsumgehung werden soll: Weil eine Schrägkabelbrücke mit ihren hohen Pfeilern zu Störungen im dortigen „Flora-Fauna-Habitat“ führen würde, bevorzugen die Planer nun eine so genannte Extradosed-Brücke. Bei dieser noch relativ jungen Bauform, auf die sich die Behörden nun geeinigt haben, verlaufen die Brückenkabel so, dass die Pfeiler nicht so hoch werden müssen. So wird die Brücke optisch nicht allzu präsent im Stadtbild.

Frühere Planungen sahen für die einige hundert Meter lange Brücke eine Bogen-Konstruktion vor oder eine Brücke mit deutlich höheren Pfeilern, doch diese Ideen sind vom Tisch: Durch die jetzt geplante Konstruktion soll die Brücke diskreter wirken. Und weniger kosten. Außerdem soll sie das Landschaftsbild nicht zu sehr beeinträchtigen, Voraussetzung, damit überhaupt gebaut werden darf. Das Bauwerk soll die neue Straße über den Peenestrom führen, die endlich Schluss machen soll mit dem Verkehrschaos in der Wolgaster Innenstadt, das jedes Jahr tausenden Urlaubern einen Teil ihrer Urlaubserholung gleich vor Ort wieder abnimmt. Bis zu 30 000 Fahrzeuge queren in der Hochsaison täglich die Stadt und quälen sich durch einen Engpass am Rande der Wolgaster Altstadt, der nach heutigen Maßstäben eigentlich viel zu eng ist für eine zweispurige Straße. Stundenlange Staus sind die Folge.

Doch das soll bald alles der Vergangenheit angehören: Die 6,5 Kilometer lange neue Straße soll westlich von Wolgast an der Kreuzung mit der bisherigen nördlichen Umgehungsstraße beginnen und hinter Mahlzow wieder auf den alten Verlauf der B111 zurückführen. 70 Millionen Euro soll das alles kosten, das sieht zumindest die Prognose vor, die die staatliche Planungsgesellschaft Deges vor einigen Monaten veröffentlicht hat.

Der überwiegende Teil des Geldes soll vom Bund kommen. Dafür muss das Vorhaben in den „Bundesverkehrswegeplan“ aufgenommen werden, der derzeit vom Verkehrsministerium und von den Parlamentariern im Bundestag bearbeitet wird. Die Liste regelt, welches Projekt wann an die Reihe kommt. - und nur eine Platzierung im ganz vorderen Bereich würde sicherstellen, dass in den nächsten Jahren auch wirklich Geld fließt.

Um genau zu sein: 2017. So lange wird es nämlich garantiert noch dauern, bis in Wolgast dann auch wirklich gebaut wird. Bis 2015 dürfte das Planfeststellungsverfahren dauern, eine Art Vorab-Bauantrag. In 2016 würden die Aufträge ausgeschrieben und vergeben, und von 2017 bis 2019 würde dann gebaut.

Wobei die Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind: 2005 hieß es beispielsweise, die Umgehungsstraße solle bis 2011 fertig sein. Jetzt stehen die Zeichen aber besser; das glaubt zumindest Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler: „Dieses Mal ziehen Land und Bund an einem Strang und ich habe wirklich den Eindruck, dass wir auf die Jahreszahlen auch vertrauen können.“ Und auch Vorpommerns Bundestags-Abgeordneter Matthias Lietz (CDU) gibt sich optimistisch: „Der Verkehrswegeplan ist eines der ersten Themen, die wir beraten und verabschieden werden, wenn die neue Regierung steht.“ Gerüchten zufolge soll der Planungsprozess für die Wolgaster Straße übrigens dadurch beschleunigt worden sein, dass Landes-Wirtschaftsminister Harry Glawe um die Jahreswende 2012/13 einmal knapp drei Stunden im Usedomer Mega-Stau festsaß. Und dann beschlossen haben soll, dass es so etwas in seinem Land nicht geben dürfe.

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Kommentare (1)

Wenn man alleine bedenkt, wie lange schon die Planung für die Verlängerung der RegioBahn oder die B7n vorhanden waren, kann das ja noch einige Zeit dauern, aber lassen wir uns mal überraschen... Ein bisserl Beton hat der Umwelt noch nie geschadet, da ist die Peene nur ein weiterer guter Abnehmer...