Behörde lehnt alle Angebote ab:

Sozialamt lässt kranke Anklamerin verzweifeln

Ines Ehrcke kann mittlerweile nur noch an Krücken gehen. Seit zwei Jahren sucht sie deshalb eine Wohnung, wo sie keine Treppen mehr steigen muss. Bisher vergeblich, weil das Sozialamt immer wieder sein Veto einlegt.

Gefährlicher Abstieg: Ohne fremde Hilfe schafft es Ines Ehrke kaum noch, aus ihrer Wohnung im dritten Stock zu kommen.
Jörg Foetzke Gefährlicher Abstieg: Ohne fremde Hilfe schafft es Ines Ehrke kaum noch, aus ihrer Wohnung im dritten Stock zu kommen.

Ines Ehrcke ist ratlos, am Rande der Verzweiflung.  Vor vier Jahren erhielt sie die niederschmetternde Diagnose: Multiple Sklerose. Die bislang noch unheilbare Krankheit hat ihr Leben total verändert. Mittlerweile kann sie nur noch an Krücken gehen. Und das macht alles noch schwerer. Denn Ines Ehrke wohnt derzeit in einer kleinen Wohnung in der dritten Etage eines Wohnblocks aus DDR-Zeiten. Bis vor die Tür sind es 43 Stufen.

Ohne Hilfe sind die für Ines Ehrke kaum noch zu bewältigen. Lebensgefährte Ulrich Rieger hilft zwar, wo er kann, doch die Anklamerin möchte ihre Selbstständigkeit nicht ganz aufgeben. Eine ebenerdig gelegene Wohnung würde entscheidend dazu beitragen, dass sie wieder mobiler wäre. 

Schlechter Scherz?

Bereits vor zwei Jahren machte sich Ines Ehrcke wegen ihres sich verschlechternden Gesundheitszustandes daher auf die Suche nach einer günstiger gelegenen Wohnung. Angebote waren schnell von der Grundstücks- und Wohnungsverwaltung eingeholt. Doch die passten dem Sozialamt der Kreisverwaltung nicht, auf dessen Zuschüsse Ines Ehrcke als Frührentnerin angewiesen ist. Mal war die Wohnung zu groß, mal war sie zu teuer.

Fassungslos ist Ines Ehrke über einen Brief aus dem Sozialamt, der sie Ende des Jahres erreichte. Darin schrieb die Mitarbeiterin, dass ihr bislang gar nicht bekannt war, dass Frau Ehrcke an Multipler Sklerose erkrankt ist. Ines Ehrcke und Ulrich Rieger empfinden dies wie einen schlechten Scherz. Schließlich hatten sie seit über zwei Jahren immer wieder im Amt vorgesprochen und auf den Gesundheitszustand hingewiesen.

Doch nun können sie hoffen, dass sich endlich etwas tut. Kreissprecher Achim Froitzheim versicherte, dass das Sozialamt das Anliegen unter Berücksichtigung der aktuellen Lebensumstände prüfen werde, um den Bezug einer geeigneten barrierefreien Wohnung zu ermöglichen.

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Kommentare (1)

Mich wundert es immer wieder wie die Leute zu ducken vor den Behörden. Dabei ist es ein einfach 1. Antrag stellen 2. Bei Ablehnung Widerspruch 3. Klage. Leute das ist euer Recht. Für ein Sozialamt gilt 1 Dienstanweisung 2 Das SGB. Freiwillig werden sie nichts tun. Liebe Frau Ehrcke sie haben auch einen Anspruch auf Mehrbedarf nach dem SGB zum Regelsatz. Das sind auch nochmal 50 Euro oder mehr. Suchen sie sich Rat beim Anwalt der ist kostenlos. Nur ein Beratungsschein ist notwendig.