Kontoumstellung sorgt für Ärger:

Sparkasse will Kunden weg vom Schalter holen

Die Sparkasse Vorpommern erhöht zum 1. April ihre Gebühren und hat es bisher versäumt, diese Tatsache ihren Kunden leicht verständlich zu erklären.

Mit ihrem neuen Gebührensystem will die Sparkasse Vorpommern ihren Kunden das Onlinebanking schmackhaft machen. Ob sie wollen, oder nicht.
Simon Voigt Mit ihrem neuen Gebührensystem will die Sparkasse Vorpommern ihren Kunden das Onlinebanking schmackhaft machen. Ob sie wollen, oder nicht.

In blumigen Worten verkündet derzeit die Sparkasse Vorpommern ihren Kunden per Post eine Neuerung. Das Girokonto wird ab dem 1. April Internetkonto heißen und "optimal für alle Kunden" sein, "die ihre Bankgeschäfte überwiegend online erledigen". Der Haken: Den Kunden bleibt keine Wahl. "Ich kann damit nichts anfangen und möchte das nicht haben", sagt der Anklamer Sparkassenkunde Bernhard Kaczyna, der wegen dieser Änderung erbost ist. Der 67-Jährige hat seine Bankgeschäfte bisher immer am Schalter erledigt und will nicht auf das Onlinebanking umsteigen. Doch was er persönlich in der Bank erledigen kann, wird nun teurer. Die Gebühr für Überweisungen verdoppelt sich beispielsweise auf 40 Cent. Erst bei genauem Hinsehen fiel Kaczyna auf, wovon die Sparkasse mit der Umstellung anscheinend ablenken wollte: Die Bank will ihre Gebühren erhöhen. Ab dem ersten April sind für die Girokonten rund drei Euro im Monat fällig, vorher waren es 1,50 Euro. "Ich halte das für eine glatte Erpressung", meint Bernhard Kaczyna.

"Es gab Kostensteigerungen, die Energiepreise sind gestiegen und außerdem leiden wir derzeit unter einer anhaltenden Niedrigzinsphase", erklärt Sparkassen-Sprecherin Kati Ambrosat auf Nordkurier-Nachfrage. Seit zehn Jahren hätten sich die Preise nicht geändert, verteidigt sie, nun müsse man sich den "aktuellen Marktgegebenheiten" anpassen.

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