Spar-Komissar kommt im Landkreis an:

Syrbes Berater spart an der eigenen Arbeits-Zeit

Was hat es gedauert, doch nun ist er da: Ein Finanz-Experte, der Barbara Syrbe und ihrem Landkreis Vorpommern-Greifswald das Sparen beibringen soll. An seinem ersten Arbeitstag war er besonders engagiert, verabschiedete sich der Experte doch nach gerade einmal zwei Stunden Arbeit.

Das Innenministerium teilte Freitagmittag um Punkt 11.37 Uhr stolz mit: Der Beratende Beauftragte für den Landkreis ist da! Er habe seine Arbeit in der Anklamer Kreisverwaltung soeben aufgenommen. Ganz richtig war die Meldung allerdings nicht. Denn als sie versendet wurde, hatte der Berater seine Arbeit schon wieder beendet, zumindest für diese Woche.

In diesen zwei Stunden ging es dann wohl auch recht gediegen zu, wie Kreis-Sprecher Achim Froitzheim mitteilt. Der Beauftragte habe sich mit einigen Ministerialbeamten der Landrätin vorgestellt. Oder wie Froitzheim es ausdrückte: „Die sind gekommen, haben sich der Landrätin vorgestellt und sind dann wieder gefahren.“ Kein schlechter Arbeitstag für einen Berater, der immerhin für seine zunächst auf ein Jahr angelegte Tätigkeit ein stolzes Honorar von 200 000 bis 300 000 Euro einstreicht.

Zur Erinnerung: Im Oktober 2012 verkündete Innenminister Lorenz Caffier im Landtag, er sei so unzufrieden mit dem Sparwillen im Landkreis und dem der Landrätin, dass er ihr einen „Beratenden Beauftragten“ zur Seite stellen werde. Der Berater sollte Syrbe das Sparen beibringen. Vor dem Berater liegt eine Herkules-Aufgabe: Der Landkreis will allein in diesem Jahr rund 26 Millionen neue Schulden aufnehmen – und sitzt bereits auf einem Schuldenberg von rund 130 Millionen Euro.

Landrätin Barbara Syrbe konnte sich nach der Vorstellung des Experten übrigens gar nicht mehr zu ihrem neuen Berater äußern: Sie habe unmittelbar nach der Abreise des Experten ihren Jahresurlaub angetreten, ließ Sprecher Froitzheim wissen. Na, dann: Gute Erholung, Frau Syrbe!