Es brodelt im Kessel:

Zuckerwerker in Anklam geben Warnschuss ab

In ganz Deutschland haben Mitarbeiter der Zuckerindustrie ihre Arbeit niedergelegt. Auch in Anklam protestierten rund 50 Facharbeiter für mehr Lohn. Wenn sich jetzt nichts bewegt, könnte es bald so richtig krachen.

Für eine Stunde legten rund 50 Mitarbeiter der Anklamer Zuckerfabrik ihre Arbeit nieder. Sollte es in den Tarifverhandlungen mit der deutschen Zuckerindustrie nicht vorangehen, soll es sogar richtige Streiks geben.
Claudia Malangré Für eine Stunde legten rund 50 Mitarbeiter der Anklamer Zuckerfabrik ihre Arbeit nieder. Sollte es in den Tarifverhandlungen mit der deutschen Zuckerindustrie nicht vorangehen, soll es sogar richtige Streiks geben.

Über 50 Mitarbeiter der Anklamer Zuckerfabrik legten am Montag für eine Stunde ihre Arbeit nieder, um gegen ihren Arbeitgeber, die niederländische Firma Suiker Unie, zu protestieren. Mehr Lohn für Facharbeiter der deutschen Zuckerindustrie fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), in der etwa die Hälfte der Mitarbeiter organisiert sind.

"Die Tarifkommission ist den Arbeitgebern sehr weit entgegengekommen und hat die ursprüngliche Forderung von 4,5 Prozent deutlich heruntergeschraubt." sagte Jürgen Kerlikowsky, Vorsitzender des Betriebsrates der Zuckerfabrik Anklam. Inzwischen fordere die Gewerkschaft nur noch 2,4 Prozent innerhalb von 12 Monaten und die Angleichung des Manteltarifvertrages Ost an West im Bezug auf die Altersfreizeit, die älteren Arbeitnehmern mehr Urlaub beschert. Das Angebot der Arbeitgeber lautet 2,8 Prozent mehr Lohn innerhalb von zwei Jahren. Das entspricht einer Erhöhung von 1,4 Prozent pro Jahr, also rund 44 Euro mehr Bruttolohn.

Wenn sich bei den nächsten Verhandlungen am 30. Juni in Hannover nichts bewege, käme es laut Kerlikowsky zur klassischen Arbeitsniederlegung. Sprich, es wird gestreikt.

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