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Tiefer Graben klafft zwischen Spantekow und seiner Burg

VonAnja RauDer Burggraben trennt die Burganlage Spantekow nun endgültig von der Straße. Der Eigentümer hat sie überraschend abgerissen.Spantekow.Betreten ...

Die Schlossbrücke an der Veste Spantekow ist gestern abgerissen worden.  FOTO: Anja Rau

VonAnja Rau

Der Burggraben trennt die Burganlage Spantekow nun endgültig von der Straße. Der Eigentümer hat sie überraschend abgerissen.

Spantekow.Betreten verboten! Mit solch einem Schild wurden bislang Passanten an der Brücke begrüßt. Jetzt ist das Schild verschwunden, mit ihm gleich alle Reste der Brücke. Gestern morgen haben Arbeiter mit leichtem und schwererem Gerät die in der Mitte bereits zerfallene Brücke komplett zum Einsturz gebracht.
Die Brücke gehört, genau wie die ganze Burganlage, zum Privatbesitz des Eigentümers Kaspar von Harnier. Dieser hat die Gemeinde nicht über den Abriss informiert, sagt Bürgermeister Reinhardt Elstner. Wie alle Spantekower wurde er von der plötzlichen Aktion überrascht: „Ich wollte morgens nach Anklam und stand plötzlich an der Baustelle.“
Auch der Spantekower Siegfried Prüter ist enttäuscht. Er hatte immer gehofft, dass die Brücke irgendwann saniert wird. „Früher bin ich mit Besuch immer als erstes zur Burg. Heute ist das ja nichts mehr“, klagt er. Einst war sein Vater Kammerherr auf der Burg. Er schaut deswegen immer noch mit Interesse, was mit dem alten Gemäuer passiert.
Nach der Wende hat Kaspar von Harnier die Burg, die einst in Familienbesitz war, zurück erworben. Große Pläne hatte er, doch zu sehen ist davon nichts. Ein Hotel mit 120 Betten, Tagungsräumen, Sport- und Wellnessanlagen sollte entstehen. Stattdessen verfällt die Burg nach und nach. Die Brücke war zu DDR-Zeiten erneuert worden, doch der Zahn der Zeit nagte an ihr.
„So, wie sie war, konnte sie nicht bleiben“, sagen Bürgermeister und Prüter einhellig. Doch, was einmal verloren geht, kommt nicht mehr wieder, glauben sie. „Die Burg war der stolz von Spantekow“, sagt Prüter.
„Ich bin vor fast 20 Jahren angetreten, um dem Besitzer bei der Renovierung zu helfen“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde hätte alles versucht. „Aber Sie sehen ja, was passiert ist. Nichts.“ Dieses Nichts zeigt sich nun auch beim Burggraben. Ob hier tatsächlich eine neue Querung errichtet wird, bezweifeln die Spantekower.