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Toter Rotmilan war kein Rotmilan - und starb an Vogelgrippe

Wenn in der Nähe von geplanten Windeignungsgebieten Horste geschützter Vögel zerstört werden, spitzen Tierschützer und Behörden die Ohren. Ein aktueller Fall in Boldekow weist aber so einige Besonderheiten auf.

Der tote Vogel von Boldekow: Art und Todesursache des Vogels sind inzwischen geklärt.
Anne-Marie Maaß Der tote Vogel von Boldekow: Art und Todesursache des Vogels sind inzwischen geklärt.

Nach dem Fund eines toten Greifvogels ganz in der Nähe von den Überresten eines Rotmilannestes liegen den Behörden inzwischen Ergebnisse zur Todesursache des Tieres vor. Der Kreis bestätigte, dass das Tier durch die Vogelgrippe ums Leben kam.

Als das Skelett vor rund zwei Wochen zwischen Boldekow und Zinzow gefunden wurde, gab es zunächst einen anderen Verdacht. Denn im Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden zuletzt regelmäßig zerstörte Greifvogel-Nester gefunden – in der Nähe von möglichen Windeignungsgebieten.

Rotmilan entpuppt sich als Mäusebussard

Inzwischen ist aber auch klar, dass es sich bei dem Tier nicht um einen Rotmilan gehandelt hat, sondern um einen Mäusebussard. Eine Tierart, bei der Windkraft-Investoren deutlich geringere Auflagen erfüllen müssen, weil sie als nicht gefährdet gilt. Für die Naturschutzbehörde des Kreises aber spielen beide Faktoren keine entscheidende Rolle, heißt es aus dem Landratsamt. Denn bei dem zerstörten Nest habe es sich um einen Rotmilan-Horst gehandelt, der 2015 registriert wurde.

Doch der Waldbesitzer bleibt dabei: Er habe nichts von einem solchen Horst gewusst. Abgesehen davon seien aber auch keine Bäume gefällt worden, jedenfalls nicht in den vergangenen Monaten.