Schwarzes Gold in Vorpommern:

Tourismus und Ölbohrung - geht das?

Klar, Widerstand gegen die geplante Ölförderung in Vorpommern gibt es - das war zu erwarten. Dass der Protest aber so gering ist, verwundert.

Das deutsch-kanadische Erdölunternehmen Central European Petroleum (CEP) hat auf der Urlaubsinsel Usedom Öl gefunden. 2017 könnte mit der Förderung begonnen werden - doch passen Tourismus und Erdölförderung tatsächlich zusammen?

„Warum nicht?“, sagt ausgerechnet Peter Drechsler, Chef des Hotelier- und Gastgewerbeverbands "Dehoga" in Vorpommern. Sollte das Öl gefördert werden, spült das schließlich Geld in die klammen Kassen der Insel-Gemeinden, die dieses dringend benötigen, sagt Drechsler.

Tourismus oder Öl?

Beim Landestourismusverband (TV MV) sieht man es etwas differenzierter: „Für uns steht fest, dass es keinesfalls um die Frage 'Tourismus oder Öl?' gehen darf“, sagt der Chef des TV MV, Bernd Fischer. Vielmehr gehe es darum, ob und wie tourismus- und energiewirtschaftliche Interessen in Einklang zu bringen seien. Die zum Teil geschützte natürliche und landschaftliche Grundlage für den Tourismus müsse erhalten bleiben, so Fischer weiter.

Nur eine Gruppe gibt es, die sich an der Sache stört: Die Initiative "Lebensraum Vorpommern" will das Ölbohrvorhaben verhindern. Chris Labouvie, Sprecherin der Initiative, ist sich siche: „Tourismus und Erdölförderung, das passt nicht zusammen.“ Labouvie kämpfte auch schon gegen das Steinkohlekraftwerk in Lubmin, und sorgt sich vor allem um den Transport des Öls. CEP sieht das gelassen: Nein, Lkw und Schiff kämen nicht in Frage, sagt CEP-Chef Thomas Schröter. "Am liebsten wäre uns die Bahn." Die fährt nachts, wenn Güterzüge rollen, sowieso nicht und Schröter schätzt das Verkehrsaufkommen allenfalls auf zwei Güterzüge pro Woche.

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